Eine Zugfahrt gen Norden

4:43 Uhr – Gera Hbf – Regionalbahn:
Bin viel zu früh am Bahnhof, aus Angst den Zug zu verpassen. Die ersten Vögel fangen an zu zwitschern und die Temperatur ist mit rund zehn Grad recht angenehm. Mir fällt auf, dass auf dem Bahnhof nur noch Triebwagen herumstehen. Und derjenige, der mich nach Altenburg bringen wird, ist besonders laut. Außerdem ist es drinnen zu warm und die Fenster lassen sich nicht öffnen. Auf dem Weg nach Ronneburg habe ich das Gefühl, die Räder des Zuges eiern auf den Schienen.

5:52 Uhr – Altenburg – Regionalexpress
Sitze nun im Doppelstockzug, aber ganz unten quer zur Fahrtrichtung. Die Frau schräg gegenüber liest in der Zeitung, während der Mann ein paar Sitze weiter links vor sich hin döst. Mir gegenüber sitzt ein Schüler, der erst lernt und später Musik hört. Bei der Fahrkartenkontrolle stellt sich die EC-Karte quer und der Schaffner muss die Karte manuell überprüfen, was ein paar Minuten dauert.

6:37 – Leipzig Hbf. – Intercity:
Sitze nun im Raucherabteil. Hinter mir sitzt ein schrecklicher Raucherhusten, der aber in Halle aussteigen wird. Mir gegenüber sitzt ein Student, der die ganze zeit nur liest, aber nicht raucht. ich rauche unterdessen zwei Zigaretten und döse langsam ein. Irgendwann kommt einer aus dem Restaurant und verteilt Kaffee – gegen Bares natürlich. Ich werde wieder munter. An den Tischen gibt es 90W-Steckdosen und die Sonne ist mittlerweile aufgegangen.

8:12 – Magdeburg Hbf. – Regionalbahn:
Verlaufe mich auf dem Bahnhof, da Gleis eins nicht richtig ausgeschildert ist. Wieder im Doppelstockzug, sitze diesmal aber oben. Fange an, das Buch „Kon-Tiki“ von Thor Heyerdahl zu lesen. Und stelle dabei fest, dass er diese Expedition übermorgen vor 60 Jahren gestartet hat. Die Stunden ziehen sich hin und werden nur von einem teuren, aber leckeren Käsebrötchen unterbrochen, welches vom Personal serviert wird. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden bin ich am Ziel.

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