Trailblazer

Anfang 1990 haben wir von einem Bekannten einen Commodore 16 geschenkt bekommen, der angeschlossen an den Fernseher nur als Spielgerät diente.

Trailblazer habe ich wie ein Kaputter gespielt. Das Spiel hatte 16 unterschiedliche Level. Mit dem 17. Level gings wieder von vorn los, allerdings hat sich der Levelzähler weiter erhöht bis auf 99. Danach gings dort wieder bei 00 los. Mein Rekord lag bei Level 103. Keine Ahnung, wie lange ich dafür gebraucht habe, aber ein paar Stunden warens bestimmt.

Wenn ich das Video anschaue, wird mir ganz warm ums Herz.

Ein anderes, was ich auch oft gespielt habe, war Mr Puniverse. Und Major Blink hat mal einem Joystick das Leben gekostet.
😉

Golzows Kinder

Ich habe von lieben Freunden die komplette DVD-Box der „Kinder von Golzow“ zum Geburtstag geschenkt bekommen. Dabei handelt es sich um eine Langzeitdokumentation (vermutlich sogar um die momentan Längste der Filmgeschichte), die 1961 in Golzow im Oderbruch begonnen wurde und eine Schulklasse bzw. einzelne Schüler dieser Klasse vom Schulanfang an ein weites Stück ihres Lebens begleitet. Die Filmreihe ging insgesamt bis 2006 oder 2007 und umfasst rund 42 Stunden Film.

Hier mal ein Trailer zum letzten von insgesamt rund 20 Filmen:

Ich kannte ein paar Filme der Reihe seit rund zehn Jahren, sie wird hin und wieder Nachts auf den dritten Programmen gezeigt. Momentan arbeite ich mich durch die DVDs und entdecke neben bekanntem, viel Neues „altes“.

Was mich beispielsweise ziemlich bestürzt hat, war die Erkenntnis, dass sich die Art und Weise, wie die Kinder mit den Verhaltensweisen in der Schule vertraut gemacht wurden, in den 23 Jahren nicht geändert hat. Da wird anhand eines Liedes gezeigt, dass die Hände der Kinder hinter den Rücken verschränkt gehören und nicht auf den Tisch. Genauso habe ich das 23 Jahre später bei meiner Schuleinführung auch erlebt, bzw. zeigt einer der Filme die selbe Szene auch noch von 1985. Ich vermute auch mal, dass es in der Jahren vor 1961 schon so war und auch noch nach ´85 so.

Was die Filmreihe sehr gut rüberbringt, ist das Leben und Arbeiten in der DDR und auch wie sich die einzelnen Menschen vor der Wende gelebt haben und wie sie mit selbiger klar gekommen sind. Tragisch fand ich die Geschichte von Brigitte, die mit 29 Jahren an Herzversagen starb und u.a. einen 12 jährigen Sohn zurückließ, den das Filmteam allerdings bis 1998 weiter begleitet hat und man so sehen konnte, was letztendlich auch ihm geworden ist.

Die Faszination der „Kinder von Golzow“ besteht für mich darin zu sehen, wie sich die Menschen von der Kindheit an entwickeln und wie jeder einzelne seinen Weg im Leben gefunden hat. Von außen betrachtet ist das natürlich immer einfacher, als wenn man in der eigenen Geschichte drin steckt. Aber die Filme geben mir auch Mut, meinen Weg zu gehen und drauf zu vertrauen, dass es letztendlich schon passen wird.

Hunderttausend Bilder

So richtig alte Fotos gibts nicht nur bei Shorpy, sondern seit heute auch in der Wikipedia. Denn das Bundesarchiv, das alles mögliche aus der BRD und der DDR sammelt, was geschichtlichen Wert haben könnte, unterstützt das Projekt Wikimedia Commons mit rund 100.000 Bildern. Wikimedia ist der Teil der Wikipedia, auf dem all die freien Mediendateien abgelegt sind, die kostenlos von allen genutzt werden können. Die nun gespendeten Bilder umfassen einen Zeitraum von 1860 bis heute und stehen unter einer CC-Lizenz.

Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Schritt vom Bundesarchiv auch andere Länder ermutigen könnte, solche Daten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Und um mal den lokalen Bezug dieses Blogs herzustellen, gibts hier eine Übersicht über die Bilder, die in Gera aufgenommen wurden.