Back to Firefox?

Vor dreieinhalb Jahren habe ich dem Firefox adé gesagt und war nach einer Odyssee erst bei Palemoon, dann bei Chrome und zum Schluss bei Vivaldi gelandet. Letzterer bietet mir mittlerweile den besten Funktionsumfang eines auf den Chromiumquellen basierenden Browsers. Außerdem finde ich dort die Möglichkeit sehr angenehm, das farbliche Aussehen des Browsers – auch zeitabhängig – ändern zu können.

Firefox 57 „Quantum“ mit einem dunklen Theme

Mit der neuen Firefoxversion Quantum, die seit gestern draußen ist, schwingt das Pendel nun wieder zu Firefox zurück. Der Browser ist richtig fix und sieht ganz annehmbar aus. Außerdem finde ich gut, wie Mozilla den überboardenden Symbolen der Add-Ons in der Symbolleiste Herr wird. Momentan probiere ich ihn wieder als Standardbrowser aus, wahrscheinlich solange, bis Vivaldi endlich das seit Jahren angekündigte Mailmodus einbaut.;)

Lesezeichen in Hintergrundtabs öffnen

Bei den Addons habe ich mich von einigen getrennt, die ich nicht wirklich brauchte und für die es momentan keinen Ersatz gibt. Einige Dinge unterstützt der Firefox jetzt direkt, zum Beispiel, das Öffnen der Lesezeichen in einen neuen Tab. Leider ist die Einstellung nur über „about:config“ erreichbar. Um die Funktionalität einzuschalten, muss dort der Schlüssel „browser.tabs.loadBookmarksInTabs“ auf „true“ gesetzt werden. Mit „browser.tabs.loadBookmarksInBackground“ auf „true“ werden die Lesezeichen als Hintergrundtabs geöffnet.

Designfarbe zeitabhängig ändern

Als Vivaldinutzer gefällt mir das Addon Vivaldifox, mit dem sich eigene Farbeinstellungen für die Oberfläche einstellen lassen. Zum Beispiel ein helles für Tagsüber und ein dunkles für Abends. Oder ein mittelgraues füe alle Gelegenheiten. Leider ist die Schrift auf Tabs und Lesezeichensymolleiste immer mit einem störenden Schatten hinterlegt. Das lässt sich über eine Datei namens „usercrome.css“ ändern, die sich im Profilverzeichnis des Firefoxes im Unterverzeichnis „chrome“ befinden und folgendes enthalten muss:

@namespace url("http://www.mozilla.org/keymaster/gatekeeper/there.is.only.xul");

:root, .tabbrowser-tab { 
 text-shadow: none !important; 
}

Das Profilverzeichnis kann über die Seite „about:profiles“ herausgefunden und geöffnet werden. Falls das Unterverzeichnis „chrome“ und die Datei „userchrome.css“ nicht existieren, müssen sie angelegt werden.

Nachtrag

Hier schreibe ich rein, was mich vom kompletten Wechsel zurück abhalten könnte, damit ich es nicht vergesse und hin- und wieder nachschauen kann, ob es in neueren Versionen vielleicht doch schon schon geht.

  • URLs der Suchmaschinen lassen sich noch immer nicht bearbeiten (nur die Kürzel) – Zum Ändern einer Suchmaschine muss sie zunächst entfernt und dann wieder neu angelegt werden — Umständlichkeit hoch 10
  • Umgelegung von Tastenkürzeln generell nicht möglich — warum eigentlich nicht?
  • Suche nach einem Wort über die Adressleiste öffnet bei [AltGr + Enter] — statt nach dem Begriff zu suchen — immer eine entsprechende *.com-Domain, die an dieser Stelle nicht nur völlig sinnlos ist, sondern auch die History unnötig mit diesem blöden Eintrag füllt, der bei der nächsten Suche dann immer oben steht. Leider ist das bei allen Browsern offenbar Standard und nur in Vivaldi lässt sich die Suche per Adressleiste auf [Shift + Enter] legen. Die rechte Shift-Taste verhält sich nämlich genau wie die linke
  • RSS-Feeds lassen sich nicht mehr mit Webanwendungen verknüpfen, zumindest wird der entsprechende Dialog nicht mehr geöffnet – sieht sehr stark danach aus, dass RSS-Feeds Mozilla egal sind — schade
  • Downloads müssen erst heruntergeladen und danach manuell ausgeführt werden und lassen sich nicht direkt nach dem Klick auf den Downloadlink öffnen (wie bei IE, Edge und Vivaldi). Habe ich auch erst mit Vivaldi schätzen gelernt.
  • Beim Wechsel in den Vollbildmodus (z.B. bei Videos) erscheint die Meldung „Seite befindet sich jetzt im Vollbildmodus“. Mal davon abgesehen, dass die Meldung witzlos ist, lässt sie sich im Firefox auch nicht abschalten (wie im Vivaldi)
  • ToDoist-Addon funktioniert nicht (bricht nach dem Einloggen mit „Bad Request -CSRF tokens mismatch“ ab
  • Neue Tabs öffnen sich zwar immer rechts neben dem aktiven Tab. Weitere neue Tabs laufen dann aber immer nach links, sodass der neueste letztlich immer vorn steht. Ich bin gewohnt, dass der neueste Tab immer ganz hinten steht. Leider habe ich keine Möglichkeit gefunden, das Im Firefox zu ändern — früher mit TabMixPlus ging das ganz einfach
  • Ab Ende 2018 wirft Mozilla die RSS-Unterstützung komplett aus dem Browser raus (schade, denn ich nutze die Live-Bookmarks als praktischen Link zu den Feeds verschiedener Lesezeichenkategorien in Shaarli bzw. Pinboard)

Fünf aktuelle Browseralternativen

Seit über 10 Jahren bin ich überwiegend begeisterter Nutzer von Firefox. Angefangen 2002 oder 2003 bei Version 0.6, die damals noch Phönix hieß und eine schlanke und schnelle  Alternative zur fetten Mozillasuite mit E-Mailprogramm, HTML-Editor und IRC-Client darstellen sollte.

Wenn jedoch in wenigen Wochen mit Version 29 das neue Australisdesign Einzug halten soll, werde ich wohl Abschied vom Firefox nehmen, denn ich bin von dieser gravierenden Änderung nicht überzeugt. In meinen Augen ist das eine Verschlechterung, da ich nicht mehr in der Lage bin, die Symbole so anzuordnen, wie sie meiner Nutzungsgewohnheit entspricht. Glücklicherweise gibts Alternativen und deren fünf möchte ich mal vorstellen. Voraussetzung ist, dass sie alle die Lesezeichen in einer ständig sichtbaren Sidebar anzeigen können.

Avantbrowser

avantbrowser

Der Avantbrowser war ursprünglich ein sogenannter IE-Aufsatz, der die Browserengine des Internet Explorers (Trident) benutzt hat, aber eine eigene Oberfläche hatte. Mittlerweile unterstützt er zusätzlich die Bowserengines von Chrome und Firefox und. Er hat einen eingebauten Popup- und Werbeblocker und kann vielfältigst eingestellt werden. Leider lässt sich die Sidebar nur rechts anzeigen. Für Spielkinder lässt sich die Oberfläche mit Skins überziehen.

Die Lesezeichen lassen sich recht einfach aus anderen Browsern oder einer HTML-Datei importieren. Leider unterstützt er nur Erweiterungen für den Internet Explorer und einige, wenige eigene. Das schränkt die Nutzungsmöglichkeiten trotz seines großen Funktionsumfangs doch erheblich ein. Insgesamt ist der Avantbrowser aber beispielsweise für Webentwickler sehr interessant, da er eine Website quasi gleichzeitig mit verschiendenen Browserengines darstellen kann.

Der Avantbrowser  ist kostenlos und die Oberfläche lässt sich auf deutsch umstellen.


Maxthon Browser

maxthon

Ebenso wie der Avantbrowser war der Maxthon mal ein Aufsatz auf dem Internet Explorer. Mittlerweile nutzt der die Webkitengine, die auch den Chrome antreibt. Seine Oberfläche ist sehr modern und übersichtlich. Die Lesezeichensidebar ist immer links angetackert. Die Lesezeichen aus dem Firefox wurden 1:1 übernommen. Lediglich den Ordner für die Lesezeichensymbolleiste musste ich noch festlegen. Als einziger Browser kommt der Maxthon mit einem 1A-RSS-Reader daher, der sehr an den verflossenen Google Reader erinnert. Wie schon der Avantbrowser wartet der Maxthon mit allerlei Einstellungen zu Zusatztools auf. Es macht richtig Spaß, das Programm zu erforschen. Leider lassen sich nicht die Erweiterungen für den Chrome nutzen. Ein paar Macken hat das Programm allerdings auch. So lassen sich Bookmarklets nicht immer ausführen und ich habe keine Möglichkeit gefunden, Suchfunktionen aus Websites in die browsereigene Suchleiste zu integrieren. Leider lassen sich keine Erweiterungen des Chromes nutzen, es gibt auf der offiziellen (und bisweilen sehr langsamen) Website allerdings einige, die die Funktionalität des Maxthon noch erweitern können.

Der Maxthon ist kostenlos und leider nur mit englischer Oberfläche erhältlich, obwohl die deutsche Website anderes vermuten lässt.


Pale Moon

palemoon

Pale Moon basiert auf dem Quelltext des Firefoxes, der allerdings einige Eigenheiten hat. In erster Linie ist Pale Moon auf Geschwindigkeit hin optimiert. De Entwickler hat außerdem einige Dinge aus dem Firefox entfernt bzw. gar nicht aktiviert. Laut Website wird der Pale Moon auch nicht das Update auf das neue Australisdesign mitmachen, sondern am älteren festhalten. So hat der Pale Moon wieder die alte Statuszeile, in der neben Icons auch der Link zur gewählten Website angezeigt wird. Auch lassen sich die Tabs nach wie vor unten anordnen. Da Pale Moon auf dem Firefox basiert, lassen sich auch dessen Profile (Lesezeichen, History, Erweiterungen) übernehmen und natürlich auch neue Erweiterungen installieren. Damit ist er maximal kompatibel zum Firefox, soll aber nach verschiedenen Messungen um bis zu 30% schneller sein .

Pale Moon ist kostenlos und die Oberfläche lässt sich auch auf deutsch umstellen (ist aber etwas kompliziert). Außerdem gibts ihn auch als 64-Bit-Version.


Qupzilla

qupzilla

Mit Qupzilla gibts wieder einen Browser, der auf der Webkitengine aufsetzt. Wie auch bei den anderen, lässt sich die Lesezeichensidebar dauerhaft einblenden. Leider klappt der Import der Lesezeichen nicht richtig. Beim Import per Firefox-SQLite-Datenbank werden fehlen die Ordner und beim Import per HTML-Datei werden alle Ordner auf einer Ebene angeordnet. Das ist natürlich blöd, denn niemand will nach dem Switch auf einen anderen Browser alle Lesezeichen neu sortieren. Ansonsten bietet der Qupzilla nebn den üblichen Features einen Webeblocker, ein paar eigene Erweiterungen wie Greasemonkey, Mousegesten oder Statusleistenicons.

Qupzilla ist ebenso wie alle anderen kostenlos und die Oberfläche ist auf deutsch.


Sleipnir

sleipnir

Sleipnir ist ein japanischer Browser, der auf Blink basiert, einer Weiterentwicklung von Webkit, die mittlerweile von Chrome und dem neuen Opera benutzt wird. Das offensichtlichste an Sleipnir ist die Oberfläche, denn nicht die Adresszeile steht im Vordergrund, sondern die Tabs. Diese werden immer als Vorschaubilder angezeigt. Rechts davon befindet sich eine Leiste, die Adress- und Suchleiste in einem ist. Die Optionen des Browsers lassen sich vielfältig konfigurieren, allerdings ist der Einstellungsdialog etwas unübersichtlich. Die deutsche Übersetzung ist ziemlich holprig, sodass es sich lohnt, die Sprache auf englisch umzustellen. Aber auch dann blitzen immer mal wieder japanische Schriftzeichen auf. Generell ist es allerdings gut zu verstehen, das achtbeinige Pferd des Göttervaters Odin. In Sleipnir lassen sich die Erweiterungen aus dem Chrome Web Store installieren, was den Funktionsumfang natürlich nochmals erhöht.

Sleipnir ist ebenfalls kostenlos und hat eine deutsche Oberfläche.

Browserstatistik

Eine coole Visualisierung über die Verbreitung der verschiedenen Browser und ihren Versionen während des Zeitraums von 2002 bis 2009 gibts auf der Seite von Michael VanDaniker:

Er hat auch einen Artikel geschrieben, der sich mit den technischen Grundlagen zu den Daten und der Visualisierung beschäftigt.

[via]

Lunascape – Browser für Webentwickler

Momentan scheint sich auf dem Browsermarkt einiges zu tun. Nachdem ich ja gestern schon den FoxGLove vorgestellt habe, gehts heute weiter mit Lunscape, einem Browser, der alle drei verfügbaren Rendering-Engines unterstützt. Das wäre Gecko von Mozilla, die auch im Firefox drin ist, dann Webkit, die in Chrome, Chromium und Safari zu finden ist und Trident, die der Internet Explorer benutzt.

lunascape5

Wie jeder moderne Browser unterstützt Lunascape Tabs. Es ist möglich, jedem Tab eine unterschiedliche Rendering-Engine zuzuordnen, doch leider wird das im Tab selber nicht angezeigt. Nur unten in der Statusleiste. Als Hilfe kann man aber mehrere Tabs neben- oder untereinander anzeigen. Der Screenshot oben zeigt meine Seite mit den verschiedenen Engines (v.l.n.r.: Trident, Gecko, Webkit). Am Text im „über…“-Kasten kann man hier die Unterschiede im Fontrendering erkennen.

Dass der Browser auch oder gerade für Webentwickler ist, sieht man auch an den verschiedenen Helferlein, die direkt eingebaut sind. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, von der geöffneten Seite einen Screenshot zu machen und eine Latte an fertigen Bookmarlets und Scripts. Also das richtige Werkzeug, um Webseiten während der Entstehung in unterschiedlichen Browsern zu testen.

Ansonsten unterstützt Lunascape natürlich auch RSS-Feeds, allerdings ließ sich bei mir die XML-Datei aus dem Google Reader nicht importieren („This is invalid XML“). Der Browser kann auch durch Addons erweitert werden, momentan gibts aber noch keine. Das Aussehen kann gespeichert werden und so für verschiedene Aufgaben angepasst werden. Ist vielleicht auch eine interessante Funktion für Power-User?

Insgesamt ist Lunascape aus meiner Sicht eine interessante Lösung, um Webseiten gleichzeitig in mehreren Browsern dartzustellen. Das Nur-für-Windows-Programm ist momentan im Alpha-Stadium und nur auf englisch verfügbar.

FoxGLove: Eigener Browser für alle Google Anwendungen

Ein Leser der englischen Seite Lifehacker hat einen Firefox 3 dermaßen modifiziert, dass dieser als Standalone-Google-Apps-Browser durchgehen kann.

foxglove

FoxGLove hat er das Teil genannt und es besteht im wesentlichen aus einem mit verschiedenen Addons versehenen portablen Firefox. So werden standardmäßig beim Start Google Mail, Google Reader und Google Docs geöffnet. Über eine Sidebar kann Talk oder der Kalender angezeigt werden. Die Anwendung erlaubt es außerdem, parallel zu einem bereits installiertem Firefox starten zu können, sodass sie wirklich als Ergänzung herhalten kann.

Defaultmäßig werden beim Beenden alle persönlichen Daten gelöscht, man muss sich dann also immer neu anmelden. Aber man kann dies natürlich im Browser direkt umstellen, dazu muss man aber erst die Menüleiste mittels rechtsklick auf die Symbolleiste sichtbar machen. Wenn sie sichtbar ist, kann man dann via „Tools/Options/Privacy“ den Haken bei „Always clear my private data when I close Firefox“ rausmachen oder über „Settings“ wählen, was gelöscht werden soll.

Ich finde dieses Projekt eine interessante Idee, bündelt es doch sämtliche Googledienste unter einer Oberfläche. Vielleicht gibts das auch irgendwann man auf deutsch, momentan isses nur auf englisch verfügbar und auch auf diesen Sprachraum abgestimmt.

Lesezeichen zwischen Browsern synchronisieren

Wer mehrere Browser einsetzt, wird oft vor dem Problem stehen, dass die Lesezeichen oder Favoriten des einen Browsers nicht mit dem anderen kompatibel sind. Natürlich unterstützen die modernen Browser in der Regel den Import aus anderen Browsern, aber einfacher geht das mit dem Tool Transmute:

Das Windowsprogramm unterstützt folgende Browser:

  • Chrome
  • Chromium
  • Firefox 1-3, Flock
  • Internet Explorer
  • Opera
  • Safari

Auf Wunsch erstellt Transmute vor dem Export ein Backup der jeweiligen Lesezeichen. Auch ist es möglich, die Lesezeichen in ein wählbares Unterverzeichnis (auch mit Zeitstempel) einzufügen. Transmute kommt standradmäßig auf englisch, es kann aber auch eine deutsche Sprachdatei heruntergeladen und eingebunden werden. Noch ein Hinweis zum Schluß: Für den Exportvorgang müssen beide Browser geschlossen sein.

Chromiumbuffens

Wer Googles Chromebrowser nett fand, aber Bedenken wegen der vielen Dinge hatte, die mehr oder weniger automatisch an Google gesendet wurden, kann sich mal den SRWare Iron anschauen.

Dieser Browser basiert auf den offenen Quellen (Chromium), die auch von Chrome benutzt werden, nur ohne den Nachgeschmack der Ausspähfeatures. Selbst die Möglichkeit, den Browser im Kioskmodus zu betreiben sind enthalten.

[via]

Google baut Europa um!

Google bringt einen eigenen Browser. Und die Webwelt springt voll drauf an. Auch ich. Chrome wird das Ding heissen und alles mögliche können. Es gibt auch einen Comic dazu. Auf dem Deutschland halb Europa einnimmt (Original).

Erste Screenshots des Browsers gibts übrigens hier. Auch wenn die noch recht unscharf sind.

[via Golem & twitter]