Die Entschleierung einer Wette…

Bei „Wetten, dass..?“ am letzten Samstag (27.03.10)  hat der spätere Wettkönig das Publikum verblüfft, weil er aus einem Bild mit 2500 Sternen denjenigen fand, der einen Moment vorher entfernt wurde. Ich möchte mal zeigen, dass das weder Zauberei ist, noch irgendwas damit zu tun hat, wieviele Sterne man sich einprägen kann.

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Die Entschleierung einer Wette…

Standard für Stereobilder?

Wie golem schreibt, hat die CIPA – eine Vereinigung japanischer Kamerahersteller – ein Whitepaper veröffentlicht, was festlegen soll, welche Informationen in den Stereoausgangsbildern festgelegt werden sollen. Ich fände es hilfreicher, jegliche Kameras oder auch nur bestimmte mit einer Synchronisationsschnittstelle auszustatten, damit auch zwei Kameras direkt synchron ausgelöst werden können, ohne jedesmal einen tierischen Hermann betreiben zu müssen.

Stereofotos leicht gemacht

Eine interessante Richtung der Fotografie ist die Stereofotografie. Ich möchte hier zeigen, wie man ganz einfach und schnell eigene Stereofotos anfertigen kann. Ich benutze dazu die Software „StereoPhotoMaker“ in Verbindung mit „Autopano-Sift“.

Was brauche ich um Stereoaufnahmen zu machen?

Eine einfache Digitalkamera ist völlig ausreichend. Natürlich können alle hier vorgestellten Schritte auch mit analogen Kameras nachvollzogen werden, aber die lasse ich in diesem Tutorial einmal außen vor.

Zunächst ein paar Grundlagen:
Wir können dreidimensional sehen, weil wir zwei Augen haben, die ein Motiv immer aus zwei verschiedenen Blickwinkeln sehen. Unser Gehirn errechnet aus dieses beiden Teilbildern ein einziges Bild mit räumlicher Tiefe. Wie gut das funktioniert, merkt man meist erst dann, wenn man beispielsweise zu tief ins Glas geschaut hat und die Umrechnerei im Gehirn nicht mehr funktioniert. Dann sehen wir nämlich doppelt, also jedes Bild von jedem Auge gleichzeitig.

Um ansprechende Stereobilder zu erstellen müssen Sie für den Anfang aber noch ein paar Kleinigkeiten mehr wissen. So gibt es auch in der Stereofotografie einige wichtige Dinge:

  1. Basisbreite
    Die Basisbreite beschreibt den Abstand der beiden Ausgangsbilder. Damit ein Stereobild natürlich wirken soll, benutzen Sie bei einer Brennweite von 50mm Kleinbildformt entsprechend ca. 6cm Abstand der beiden Bilder, denn so groß ist der Abstand der Augen im Durchschnitt.
  2. Scheinfenster
    Als Scheinfenster oder -ebene bezeichnet man den Punkt, ab dem wir in ein Bild hineinschauen. Dies ist meistens die Mattscheibe des Bildschirms oder das Papier eines Fotoabzuges. Für den Anfang ist es sinnvoll, wenn Sie Ihre Motive hinter dem Scheinfenster montieren.
  3. Nahpunkt
    Der Nahpunkt ist der Teil des Motivs, welcher dem Fotografen am Nächsten liegt. Das kann ein Stein sein oder auch ein Baum. Auch wieder für den Anfang reicht es, wenn Sie sich merken, dass der Nahpunkt etwa 3m vor Ihnen liegt. Alles, was näher liegt, stört den Bildeindruck später nur.

So, nun haben Sie die wichtigsten Grundlagen erfahren, nun gehen Sie raus und schießen ein paar Bilder. Und immer schön drauf achten, dass die beiden Bilder parallel verschoben fotografiert werden. Und keine Angst, dass die beiden Bilder etwas zueinander verkanten, das können Sie später wieder ausgleichen. Wenn Sie wieder da sind, können Sie weiterlesen. 😉

Wie gehts nun weiter?

Nachdem Sie wieder da sind, können Sie Ihre Bilder sichten und schonmal optimieren. Dazu zählen Dinge, wie beispielsweise Helligkeitsanpassungen oder geraderichten des Horizonts. Ich erledige diese Dinge mit FixFoto, denn eine einfacher zu handhabende Software hab ich noch nicht gefunden.

OK, die Bilder sind optimiert, legen wir los:

Zuerst besorgen Sie sich den StereoPhotoMaker (nachfolgend einfach SPM genannt). Anschließend noch Autopano-Sift. Ich erkläre kurz, wozu beide Programme da sind. SPM ist das Programm, in dem Sie aus beiden Bildern ein Stereobild machen. Autopano dient zur Unterstützung und rechnet beide Teilbilder zusammen. Das macht sich besonders dann gut, wenn Sie freihand fotografieren und die beiden Bilder vielleicht nicht hundertprozentig parallel sind oder Sie eins oder beide verdreht haben, was bei Freihandaufnahmen zwangsläufig passiert.

So, ich gehe davon aus, dass Sie beide Programme heruntergeladen und ausgepackt haben. Starten Sie zunächst den SPM. In dessen Einstellungen unter „Bearbeiten/Einstellungen“ tragen Sie auf der letzten Registerkarte (Justage) den Pfad zu Autopano ein. Das Ganze sieht so aus:

Wenn Sie das gemacht haben, schließen Sie den Dialog mit „OK“ und rufen Sie dann die Bilderliste auf (roter Pfeil). Das ist ein Bildbrowser, in dem Sie beide Bilder markieren und dann per Rechtsklick als Stereobild öffnen können (grüner Pfeil):

spm_bilderliste_bilder_laden

Weitere Tipps, wie Sie die Bilderliste optimal nutzen können, hat Werner Bloos auf seiner Homepage beschrieben. Aber machen wir erstmal weiter. Nachdem Sie obige Punkte ausgeführt haben, erscheint das Bild in SPM, schon als Stereobild – in diesem Falle als Anaglyphe.

spm_bilder_geladen

Drücken Sie nun [Alt] + [A], um die beiden Bilder automatisch – via Autopano – auszurichten. Dieser Vorgang dauert etwas, aber wenn er abgeschlossen ist, ist das Resultat schon recht vielversprechend.

Jetzt kann es natürlich sein, dass Sie bemerken, dass an dem Bild irgend etwas verwirrend ist, Sie es aber nicht benennen können. Das liegt meist daran, dass sich ein Teil des Bildes vor dem Scheinfenster befindet. Das mag bei freistehenden Objekten, wie einem Elefantenrüssel spektakulär wirken, bei Motiven, die rings ums Bild weitergehen – wie hier die Wiese im Vordergrund – stört dieser Umstand die Betrachtung sehr. Und das werden wir jetzt beheben. Drücken Sie die [J]-Taste, um die Justagedialog zu öffnen:

Hier sehen Sie Ihr Bild, allerdings als Schwarz/Weiß-Version. Packen Sie nun den oberen, horizontalen Regler an und schieben Sie Ihn ein wenig umher. Meist müssen Sie ihn nach rechts ziehen, damit das Motiv vollständig hinter das Scheinfenster rutscht. Am Besten können Sie am unteren Bildrand beurteilen, ob das Motiv hinter dem Scheinfenster liegt, da dort meistens der Boden ist und dieser dem Fotografen verständlicherweise am Nächsten lag.

Nachdem Sie Ihr Bild nun korrigiert haben, klicken Sie auf OK. Damit Sie bei einer Rot-/Cyanbrille keine zu starken Farben ins Bild bekommen, was gerade bei Rot- und Gelbtönen sehr störend wirken kann, wählen Sie den Modus „Halbton“. Dieser reduziert die Rot- und Gelbtöne und die Bilder sind ausgeglichener, wenn gleich auch nicht mehr so bunt.

Zum Schluß können Sie Ihr Bild abspeichern und anschauen oder herumzeigen.

Noch ein paar Hinweise!

Keine Sorge, wenn die ersten Stereofotos nicht klappen, auch hier gilt: Übung macht den Meister!

Wenn Sie vom Stativ fotografieren möchten, können Sie einen Stereoschlitten kaufen. Den gibts beispielsweise im 3D-Foto-Shop. Für den kleinen Geldbeutel und kleine Kameras reicht auch dieses Teil oder eine Blitzschiene, wie sie beispielsweise Foto-Brenner anbietet. Wenn Sie sich dazu noch eine zweite Stativschraube besorgen, können Sie zwei kleine Kameras dran befestigen und sogar bewegte Szenen fotografieren.

Anaglyphenbilder betrachten Sie am Besten mit Rot-/Cyanbrillen, die Sie hier oder hier oder beim Optiker Ihres Vertrauens bekommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Pappbrillen besser wirken, als die stabileren Plastikbrillen. Der große Vorteil der Analyphen ist, dass die Bilder sehr groß werden und sich die räumliche Tiefe bei großen Bildern sehr gut darstellen läßt. Nachteil ist die leichte Farbverfälschung.

Wenn Sie lieber farbrichtige Stereofotos erstellen möchten, stellen Sie im SPM den entsprechenden Parallel- oder Kreuzblickmodus ein. Wenn Sie nicht wissen, wie Kreuzblick funktioniert, lesen Sie die sehr gute Anleitung von Ralf Fackinger durch! Bei mir hats ca. eine halbe Stunde gedauert, bis ich den Dreh raushatte. Ralf hat auch in der Fotocommunity ein paar Lehrtafeln hinterlegt.