Stabiles Multiroomsystem mit Raspberry Pi

Im April 2017 habe ich meine Multiroomlösung mit AudioCast vorgestellt, die auf relativ preiswerten Multiroomempfängern basierte. Damals war ich recht zufrieden mit dem System, mich nervte nur, dass einer der Empfänger immer mal wieder ausstieg und ein anderer beim Starten von neuen Titeln permanent piepte. Auch die Bedienung der Musik über die Smartphoneapp war alles andere als angenehm, zumal die App in der letzten Zeit immer langsamer wurde und bei nahezu jedem Start die Musiksammlung auf dem NAS neu einlesen wollte. Bei knapp 20.000 Titeln übers WLAN keine schnelle Lösung.

Im Hifi-Forum las ich, dass die preiswerten Raspberry-Pi-Rechner als Audioausgabegeräte zu einem Multiroomsystem zusammengeschlossen werden können. Das interessierte mich, da ich schon immer mal einen Rasperry-Pi ausprobieren wollte und nur auf einen Anwendungsfall gewartet habe. Das Ende vom Lied ist nun, dass nun seit 3 Monaten vier Raspberries für die Musik in allen Räumen sorgen. Und die Bedienung ist erste Sahne!

Wie funktionierts

Ganz grob gesagt funktioniert das Multiroomsystem so, dass es einen Server gibt, der die Musik verwaltet und sie synchronisiert an die einzelnen Abspielgeräte schickt. Als Server wird der kostenlose Logitech Media Server verwendet, der nicht nur (wie der Name vermuten lässt) für Logitechgeräte ist, sondern sich auf dem Raspberry oder anderen Rechnern installieren lässt. Als Player fungieren die einzelnen Raspberries, die an Aktivlautsprecher oder die Stereoanlange angeschlossen werden. Auch die Ausgabe per Bluetooth an entsprechende Lautsprecher oder Kopfhörer ist möglich. Der Logitech Media Server (kurz LMS) übernimmt also „nur“ die Ausgabe der Musik an die einzelnen Player und deren Synchronisierung.

Welches Betriebssystem für die Raspberries?

Der LMS und die entsprechende Playersoftware Squeezelite laufen unter Linux. Nun gibt es für den Raspberry eine Vielzahl an verschiedenen Distributionen. Ich verwende max2play, da hier der LMS und Squeezelite vorinstalliert sind. Max2play ist grundsätzlich kostenlos und kann über Plugins erweitert werden. Prinzipiell lässt sich die Pluginfunktionalität auch von Hand reinprogrammieren, wer keine Lust auf Kommandozeile hat, kauft sich die Premiumplugins für kleines Geld (15 € für 5 Jahre) dazu. Eine kostenlose Alternative ist PiCorePlayer, der auch den Server und den Player dabei hat und sich wohl ähnlich komfortabel konfigurieren lässt. Weil ich aber nun schon einmal max2play installiert hatte, habe ich den PiCorePlayer gar nicht erst ausprobiert.

Raspberry Pi als Audioplayer

Raspberry Zero W (oben)
Raspberry Pi 3 mit DAC+ und Metallgehäuse (unten)

Ich nutze pro Raum einen Raspberry Pi, auf dem Squeezelite läuft. In allen Räumen, in denen ich HiFi-Sound möchte, nutze ich den normalen Raspberry Pi 3, den ich um einen sogenannten DAC (= Digital Audio Converter) erweitert habe. Der soll den Klang erheblich verbessern, weil der interne Audioausgang des Raspi bisweilen rauscht. In Räumen, in denen Hifi-Sound nicht so wichtig ist (wie im Bad oder Küche) reicht mir jeweils ein Raspberry Zero Pi W, der eine verkleinerte Form des Raspberries darstellt. Weil der keinen extra Audioausgang hat, greife ich den Ton über einen Mini-HDMI-zu-VGA-Adapter ab. Dieser hat zusätzlich einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, der in der jeweiligen Aktivbox endet. Ein Rauschen wie beim Audioausgang des großen Raspberry habe ich hier noch nicht festgestellt.

Der Raspberry im Wohnzimmer, der über den DAC die Stereoanlage befeuert, dient gleichzeitig auch als Medienserver. Er verwaltet die lokale Musik, auf einer angeschlossenen Festplatte, einem USB-Stick, der Speicherkarte oder einem NAS liegen kann. Dieser Raspberry ist außerdem auch der Hauptaudioplayer, von dem ausgehend ich die Musikauswahl treffe. Der Server selbst sorgt dann für die Verteilung an die anderen Player.

Als Gehäuse habe ich bei diesem auf das stabile Stahlgehäuse gesetzt. Im Nachhinein nicht die beste Wahl, da das Metallgehäuse die Funkwellen der eingebauten WiFi-Antenne abschirmt. Da der Wohnzimmer-Raspi aber am Netzwerkkabel hängt, geht das in Ordnung. Für einen anderen HiFi-Raspi, den ich per WLAN verbinden wollte, musste ich auf das Plastikgehäuse zurückgreifen.

Artikel Preis
Raspberry Pi 3 B+ 36 €
Hifiberry DAC+ 33 €
Hifiberry Plastikgehäuse 33 €
Micro-SD-Karte 8 GB 6 €
Netzteil 13 €
Gesamt 110 €
Raspberry Pi 3 als als SqueezeLite-Player mit Hifi-Sound
Raspberry Zero W mit Audioadapter

Um die Zero-Raspies einzurichten, habe ich deren Speicherkarten mit dem frischen max2play zunächst in den kabelgebundenen Raspberry gesteckt und sie entsprechend konfiguriert. Also WLAN eingerichtet, den Autostart dazu aktiviert, den jeweiligen Player installiert und das Gerät entsprechend seines künftigen Standortes benannt. Dann den Raspberry heruntergefahren und die Karte in das Zielgerät gesteckt. Nach Anschluss ans Netzteil lief der Zero-Raspi dann problemlos.

Bei Raspberries, die als reine Player laufen, habe ich zudem den Schreibschutz der SD-Karte (Premiumplugin) aktiviert. Dadurch wird verhindert, dass die Speicherkarten ihren Inhalt verlieren, falls die Raspberries vom Strom genommen werden. Normalerweise müssten nämlich (wie jeder andere Rechner auch) heruntergefahren werden.

Artikel Preis
Raspberry Pi Zero W mit Gehäuse 25 €
Adapter Mini-HDMI auf VGA mit Audioausgang 9 €
Micro-SD-Karte 8 GB 6 €
Netzteil 13 €
Gesamt 53 €
Raspberry Pi Zero W als SqueezeLite-Player ohne Hifi-Ambitionen

Als Netzteil verwende ich an allen Raspberries das Originalnetzteil, das zuverlässig die benötigte Spannung und den Strom liefert. Es gab nämlich ganz selten mal Aussetzer, die ich auf die USB-Auflader geschoben habe.

Androidgerät als Player

SqueezePlayer für Android

Statt einem Raspberry als Player zu nutzen, kann auch ein altes Handy oder Tablet hergenommen werden. Die Androidapp „SqueezePlayer“ wandelt das jeweilige Gerät in einen Player um. Die Audioausgabe selbst funktioniert damit auch recht problemlos, allerdings wird die Musik über verschiedene Räume hinweg nicht wirklich synchron wiedergegeben. Das liegt wohl an den Androidgeräten, deren Hardware das nicht hergibt. Bei mir hatte das gesamte System immer ein paar Millisekunden Verzögerung, die ich auch nicht über die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten am Server ausgleichen konnte. Mit den Raspberries kein Problem, hier läuft die Musik immer gleichzeitig ohne Halleffekt.

Windows als Player

Squeezeplay unter Windows 10

Weil ich natürlich auch Musik hören möchte, wenn ich im Büro am Rechner sitze, nutze ich das Programm SqueezePlay. Das simuliert die Oberfläche der nicht mehr erhältlichen Logitech Squeezebox Touch in einem kleinen Programmfenster. Damit sehe ich nicht nur, was gerade läuft, sondern kann den Musikserver auch komplett steuern. SqueezePlay bindet sich in das System als eigener Player ein, der mit den anderen — schon vorhandenen — synchronisiert wird.

Squeezelite-X mit Materialskin

Update vom 18.01.18: Kurz nachdem ich diesen Artikel geschrieben hatte, bin ich auf Squeezelite-X gestoßen, das es nur für Windows 10 gibt und im Systemtray läuft. Auf Wunsch öffnet es auch ein Fenster mit der Weboberfläche des Servers. Im Gegensatz zu Squeezeplay kann Squeezelite-X auch die Mediatasten verwenden, die auf einigen Tastaturen vorhanden sind. Damit kann dann bspw. ganz einfach zum nächsten Lied vorgesprungen werden, was ich in der Tat häufiger tue.

Wenn ich im Büro nicht mehr höre, drehe ich in SqueezePlay entweder die Lautstärke zurück oder ich beende das Programm. Die Player in den anderen Räumen spielen trotzdem weiter.

Logitech Media Server im Praxiseinsatz

Jetzt zum Herzstück des Systems. Die mehr als fünfzehnjährige Entwicklungszeit merkt man dem Server an allen Ecken an. Einerseits wirkt die Weboberfläche etwas altbacken, aber sie ist fast überall sehr durchdacht.

Weboberfläche des Logitech Media Servers

Der LMS lässt sich auch durch Plugins erweitern. So gibt es beispielsweise mit „Spotty“ eine Erweiterung, um Spotify in den Server zu integrieren und Lieder darüber abzuspielen. Die Navigationsmöglichkeiten dazu tauchen nicht nur in der Weboberfläche auf, sondern sind auch automatisch auf allen angeschlossenen Hardwaregeräten, dem Windowsprogramm oder den Steuerungsapps für Android und iOS zu finden.

Die meiste Zeit des Tages läuft das System bei mir und spielt zufällig alle Titel ab, die es seit Einrichtung noch nicht gespielt hat. Das beginnt früh morgens als Wecker und läuft dann den ganzen Tag. Nur Montags morgens läuft der Mix der Woche von Spotify. Wenn ich beim Hören ein schönes Lied höre, kann ich jedezeit zum entsprechenden Album in der Musiksammlung oder in Spotify springen, um es gleich oder im Anschluss an die aktuelle Playlist zu hören. Eben weil es auch mit Spotify funktioniert, ist das eine meiner Lieblingsfunktionen. Da ich die meiste Zeit des Tages im Büro bin, steuere ich die Wiedergabe entweder über SqueezePlay für Windows oder die Weboberfläche.

Halte ich mich in anderen Räumen auf, steuere ich den Server über die passende Android- oder iOS-App. Unter Android nutze ich Squeezer bzw. OrangeSqueeze. Beide haben in etwa den gleichen Funktionsumfang und können auch den SqueezePlayer für Android starten. Einziger Unterschied zwischen beiden Apps ist, dass OrangeSqueeze ein Widget mitbringt und nicht kostenlos ist. Für iOS gibts iPeng, was dort wohl der Standard ist. Auch das ist nicht kostenlos, sondern mit rund zehn Euro verhältnismäßig teuer. Wer die Musik auf auf seinem iOS-Gerät abspielen will, muss nochmals in die Tasche greifen.

Anfangs dachte ich noch, ich bräuchte irgendwo ein Display, jederzeit im Blick zu haben, welches Lied gerade läuft. Ich habe dann festgestellt, dass ich dann entweder fix auf eine der auf den Tablets installierte App schaue oder später über das Plugin „Was lief da eben?“ (siehe unten) nachschaue. Meistens aber erkenne ich, was grad läuft oder es ist mir egal. 😉

Plugins, die ich hilfreich finde

  • TrackStat und TrackStat Playlist – Sammelt Informationen der einzelnen Tracks in der Musiksammlung und erlaubt dann beispielsweise das Abspielen alle nie gehörten Titel, aller meist gehörten oder aller meistgeskippten. Ich nutze derzeit überwiegend die „nie gespielten Songs“ in Zufallswiedergabe, um mich durch meine Musiksammlung zu hören
  • Spotty – Bindet Spotify (in der Premiumversion) in den Musikserver ein. Dadurch lassen sich alle Lieder aus Spotiy auch über die Oberfläche des Servers (ob Weboberfläche oder die Apps) auswählen. Wer mag, kann auch einen der Rasperries als ein Spotify-Abspielpunkt einfügen. Damit ist es dann möglich, die Spotifyapp zur Musikauswahl zu nutzen und die Musik über den eingebundenen Raspberry ans gesamte Multiroomsystem zu senden
  • Podcasts – Um Podcasts überall zu hören
  • Band´s Campout – Bindet die Musikbibliothek von Bandcamp ein. Nach Eingabe des eigenen Usernamens können auch die eigenen Käufe angehört werden.
  • Last.fm Audioscrobbler – Überträgt jeden gespielten Titel nach Last.fm. Genres oder Webradio lässt sich ausschließen. Für letzteres setze ich es gern ein.
  • Zufallsmix – Gibt zufällige Titel, Alben, Interpreten oder Jahrgänge wieder
  • Was lief da eben? – Zeigt die zuletzt gespielten Songs einzelner oder aller Player an. Funktioniert auch in Verbindung mit Webradio oder Spotify.
  • Musiksammlung erneut durchsuchen – Durchsucht die Musikbibliothek auf dem NAS jede Nacht erneut, um neue Lieder hinzuzufügen

Fazit

Bisher dachte ich immer, meine Wohnung ist zu verwinkelt, weil die Audiocastgeräte immer mal ausgesetzt hatten. Offenbar aber hatten sie einfach nur wenig Empfangsleistung. Da sind die Raspberries besser, sie setzen nicht aus und spielen ihren Musikstream immer einwandfrei (auch FLAC) ab.

Die Software lässt für mich fast keine Wünsche übrig und wenn man das Bedienkonzept einmal verstanden hat, ist die Bedienung kinderleicht. Der Logitech Media Server läuft auf dem Raspberry zufriedenstellend. Der kleine Rechner ist von der Leistung in der Regel ausreichend, nur bei der Verwendung der Tabletapps ist mir aufgefallen, dass er auf Anfragen etwas verzögert reagiert hat. Deshalb läuft der LMS jetzt auf meiner Synology DS 218+, der ich zusätzliche 8 GB Arbeitsspeicher spendiert habe. Mit diesen 10 GB flitzt nun auch der LMS und antwortet verzögerungsfrei auch bei langen Playlisten oder großen Albencovern.

Mit 350 € insgesamt für Hardware und Apps ist das LMS-Raspberrysystem teurer als das vorher genutzte Audiocastsystem. Dabei aber wesentlich stabiler und besser nutzbar. Im Vergleich zu vorher höre ich seitdem erheblich mehr Musik. Ich bin gerade dabei, meine Musiksammlung neu zu entdecken, durch die Anbindung an Spotify, Webradio oder Podcasts bleibt mir aber auch diese Welt nicht verschlossen. Ich glaube, ich bin jetzt im Musikhörerhimmel angekommen. 🙂

Shinkansen gucken

Wer schon immer mal den Shinkansen (und andere Züge) im Betrieb sehen wollte, braucht nur ein paar Minuten zuschauen:

Die beste Zeit zum Schauen ist zwischen 20:30 Uhr (da gehts dort los) und 17:30 Uhr (da fährt dort der letzte Zug). Wer die Züge im Hellen sehen möchte, muss zeitig aufstehen, da es derzeit in Tokio von ca. 6:00 Uhr bis 16:30 Uhr hell ist. Bei uns ist das von ca. 22:00 Uhr bis 8:30 Uhr morgens.

Im Einzelnen sind diese Züge zu sehen:

Die Kamera steht übrigens dort.

Back to Firefox?

Vor dreieinhalb Jahren habe ich dem Firefox adé gesagt und war nach einer Odyssee erst bei Palemoon, dann bei Chrome und zum Schluss bei Vivaldi gelandet. Letzterer bietet mir mittlerweile den besten Funktionsumfang eines auf den Chromiumquellen basierenden Browsers. Außerdem finde ich dort die Möglichkeit sehr angenehm, das farbliche Aussehen des Browsers – auch zeitabhängig – ändern zu können.

Firefox 57 „Quantum“ mit einem dunklen Theme

Mit der neuen Firefoxversion Quantum, die seit gestern draußen ist, schwingt das Pendel nun wieder zu Firefox zurück. Der Browser ist richtig fix und sieht ganz annehmbar aus. Außerdem finde ich gut, wie Mozilla den überboardenden Symbolen der Add-Ons in der Symbolleiste Herr wird. Momentan probiere ich ihn wieder als Standardbrowser aus, wahrscheinlich solange, bis Vivaldi endlich das seit Jahren angekündigte Mailmodus einbaut.;)

Lesezeichen in Hintergrundtabs öffnen

Bei den Addons habe ich mich von einigen getrennt, die ich nicht wirklich brauchte und für die es momentan keinen Ersatz gibt. Einige Dinge unterstützt der Firefox jetzt direkt, zum Beispiel, das Öffnen der Lesezeichen in einen neuen Tab. Leider ist die Einstellung nur über „about:config“ erreichbar. Um die Funktionalität einzuschalten, muss dort der Schlüssel „browser.tabs.loadBookmarksInTabs“ auf „true“ gesetzt werden. Mit „browser.tabs.loadBookmarksInBackground“ auf „true“ werden die Lesezeichen als Hintergrundtabs geöffnet.

Designfarbe zeitabhängig ändern

Als Vivaldinutzer gefällt mir das Addon Vivaldifox, mit dem sich eigene Farbeinstellungen für die Oberfläche einstellen lassen. Zum Beispiel ein helles für Tagsüber und ein dunkles für Abends. Oder ein mittelgraues füe alle Gelegenheiten. Leider ist die Schrift auf Tabs und Lesezeichensymolleiste immer mit einem störenden Schatten hinterlegt. Das lässt sich über eine Datei namens „usercrome.css“ ändern, die sich im Profilverzeichnis des Firefoxes im Unterverzeichnis „chrome“ befinden und folgendes enthalten muss:

@namespace url("http://www.mozilla.org/keymaster/gatekeeper/there.is.only.xul");

:root, .tabbrowser-tab { 
 text-shadow: none !important; 
}

Das Profilverzeichnis kann über die Seite „about:profiles“ herausgefunden und geöffnet werden. Falls das Unterverzeichnis „chrome“ und die Datei „userchrome.css“ nicht existieren, müssen sie angelegt werden.

Nachtrag

Hier schreibe ich rein, was mich vom kompletten Wechsel zurück abhalten könnte, damit ich es nicht vergesse und hin- und wieder nachschauen kann, ob es in neueren Versionen vielleicht doch schon schon geht.

  • URLs der Suchmaschinen lassen sich noch immer nicht bearbeiten (nur die Kürzel) – Zum Ändern einer Suchmaschine muss sie zunächst entfernt und dann wieder neu angelegt werden — Umständlichkeit hoch 10
  • Umgelegung von Tastenkürzeln generell nicht möglich — warum eigentlich nicht?
  • Suche nach einem Wort über die Adressleiste öffnet bei [AltGr + Enter] — statt nach dem Begriff zu suchen — immer eine entsprechende *.com-Domain, die an dieser Stelle nicht nur völlig sinnlos ist, sondern auch die History unnötig mit diesem blöden Eintrag füllt, der bei der nächsten Suche dann immer oben steht. Leider ist das bei allen Browsern offenbar Standard und nur in Vivaldi lässt sich die Suche per Adressleiste auf [Shift + Enter] legen. Die rechte Shift-Taste verhält sich nämlich genau wie die linke
  • RSS-Feeds lassen sich nicht mehr mit Webanwendungen verknüpfen, zumindest wird der entsprechende Dialog nicht mehr geöffnet – sieht sehr stark danach aus, dass RSS-Feeds Mozilla egal sind — schade
  • Downloads müssen erst heruntergeladen und danach manuell ausgeführt werden und lassen sich nicht direkt nach dem Klick auf den Downloadlink öffnen (wie bei IE, Edge und Vivaldi). Habe ich auch erst mit Vivaldi schätzen gelernt.
  • Beim Wechsel in den Vollbildmodus (z.B. bei Videos) erscheint die Meldung „Seite befindet sich jetzt im Vollbildmodus“. Mal davon abgesehen, dass die Meldung witzlos ist, lässt sie sich im Firefox auch nicht abschalten (wie im Vivaldi)
  • ToDoist-Addon funktioniert nicht (bricht nach dem Einloggen mit „Bad Request -CSRF tokens mismatch“ ab
  • Neue Tabs öffnen sich zwar immer rechts neben dem aktiven Tab. Weitere neue Tabs laufen dann aber immer nach links, sodass der neueste letztlich immer vorn steht. Ich bin gewohnt, dass der neueste Tab immer ganz hinten steht. Leider habe ich keine Möglichkeit gefunden, das Im Firefox zu ändern — früher mit TabMixPlus ging das ganz einfach
  • Ab Ende 2018 wirft Mozilla die RSS-Unterstützung komplett aus dem Browser raus (schade, denn ich nutze die Live-Bookmarks als praktischen Link zu den Feeds verschiedener Lesezeichenkategorien in Shaarli bzw. Pinboard)

Meine Multiroom-Alternative zu Sonos

Schon länger liebäugelte ich mit einer drahtlosen Multiroomlösung, mit der ich sämtliche Musik, Hörbücher, Podcasts, Nachrichten in der Wohnung zeitsynchron hören kann. Leider ist der Markt für Multiroomlösungen mittlerweile sehr unübersichtlich, aber man kann ihn ganz grob in zwei Kategorien einteilen.

Die eine sind die etablierten HiFi-Firmen. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen, die Übertragungstechnik ist entweder in den eigenen Receivern eingebaut oder in Standalonelautsprechern. Selten gibt es reine Übertragungskästchen, die einfach an einen vorhandenen Verstärker oder Aktivboxen angeschlossen werden können. Und wenn, dann nur für viel Geld (bspw. verlangt Sonos knapp 400 € für ein solches Gerät). Untereinander sind die meisten Systeme natürlich inkompatibel.

Auf der anderen Seite gibts Billiganbieter aus China, die genau das liefern, was ich mir wünsche: Ein kleines Kästchen, das an Anlage oder Aktivboxen angeschlossen werden kann und die gängigen Übertragungssysteme wie DLNA oder Airplay unterstützen. Interessanterweise liegen diese Geräte genau in meiner Preisklasse um die 40 – 60  € pro Gerät.

Auf der Suche nach passenden Geräten bin ich zuerst auf den MÜZO Cobblestone (links) gestoßen, den ich dann auch zweimal bestellt habe. Einmal fürs Büro und einmal für die Küche. Später habe ich zwei Audiocast M5 (rechts) nachgeordert:

MÜZO Cobblestone (links) und AudioCast M5 (rechts)

Cobblestone & Audiocast M5

Der technische Unterbau beider Geräte ist im Wesentlichen gleich. Beide haben einen 3,5-mm-Klinkenausgang, um die Musik per Analogkabel an eine Stereoanlage oder Aktivlautsprecher zu schicken. Während der Cobblestone allerdings noch Softtouchtasten zur Playersteuerung (Play, Pause, nächstes Lied, letztes Lied) hat, kommt der M5 ohne Tasten aus (von der WPS-Verbindungstaste mal abgesehen). Beide empfangen Musikdaten über Wifi, der Cobblestone kann aber auch an ein LAN-Kabel angeschlossen werden. Wichig ist vielleicht auch: Beide sind nicht mit Googles Chromecast-Protokoll kompatibel.

Das Koppeln beider Geräte ist ganz einfach. Über eine entsprechende Taste können sich die Geräte mit dem Router (in meinem Fall eine Fritzbox) koppeln, von der sie auch das WLAN-Passwort erhalten.

Musik abspielen

Da die AudioCast-Geräte als DLNA- und AirPlay-Empfänger (auch Renderer genannt) agieren, lässt sich Musik auf vielfältige Weise abspielen. Der einfachste Weg ist über die App, die für es Android und iOS zwar von verschiedenen Anbietern gibt, die aber im Kern immer dieselbe ist.

Mit der AudioCast-App

Diese braucht man, um die einzelnen Geräte in einer Gruppe zu bündeln, damit die Musik raumübergreifend zeitsynchron wiedergegeben werden kann. Einmal gebündelt, tauchen alle Geräte nur noch als eine gemeinsame Gruppe auf.

Die App kann also Musik vom Smartphone oder Tablet abspielen, wenngleich sie Probleme beim Einlesen von 15.000 Titeln hat. Sie kann aber auch auf Musik zurückgreifen, dass auf einem DLNA-Gerät liegt (z.B. NAS). Über ein eingebautes Tunein-Interface lässt sich auch Webradio hören. Über die App lassen sich auch pro Empfänger sechs Favoriten speichern (Radiostationen oder Playlists), aber in einer Gruppe zusammengefasst, ist nur der Zugriff auf den Speicher des Mastergerätes möglich.

Musik vom NAS

Wer seine Musiksammlung auf dem NAS (z.B. von Synology) speichert, kann die Musik von dort auch abgreifen. das geht direkt aus der AudiCast-App heraus oder mit jeder beliebigen DLNA-Media-App wie beispielsweise BubbleUPNP, MediaHouse UPnP oder auch der kostenlosen Fritz!App Media. Letztere nutze ich ganz gerne, weil sie sehr übersichtlich ist. Auch wenns der Name suggeriert, funktioniert die App auch ohne Fritzbox.

Seit ein paar Versionen unterstützt DS-Audio für die Synology auch die Wiedergabe auf einem DLNA-Renderer und somit auch die AudioCasts.

Vom PC aus

Wer einen Mac hat, ist fein raus, denn via Airplay kann das Multiroomsystem direkt aus dem System heraus mit dem Rechner verbunden werden. Nur mal am Rande: Das funktioniert übrigens nicht nur beim Mac so, sondern bei allen Geräten von Apple, also auch dem iPhone oder iPad.

Unter Windows ist der Zugriff auf das Multiroomsystem etwas schwieriger. Der Windows-Media-Player kann seine Musik zwar an die Kette schicken, allein das funktioniert nicht immer. Auch iTunes kann sich per AirPlay mit dem System verbinden.  Wer aber andere Player nimmt, schaut in die Röhre, da es keine generelle DLNA-Unterstützung gibt (auch nicht im neuesten Windows 10).

Als beste Lösung hat sich für mich das Programm Tuneblade herausgestellt, das den Ton des Systems abgreift und per Airplay an das System leitet.

Tuneblade

Während der Windows-Media-Player und auch iTunes beim Start der Musik immer mal Probleme haben, die einzelnen Empfänger unter einen Hut zu bekommen, wartet Tuneblade einfach solange, bis sich die Geräte untereinander synchronisiert haben und startet die Wiedergabe erst dann. Hat allerdings den Nachteil, dass auf den Lautsprechern erst ein paar Sekunden später etwas zu hören ist, nachdem man Play oder Skip gedrückt hat. Ein Vorteil von Tuneblade ist vielleicht auch, dass ich durch das Nutzen des Programms bestimme, wann die Musik in alle Räume verteilt werden soll und wann nicht.

Und Linux? Damit kenne ich mich leider gar nicht aus. Wer mag, kanns gern in den Kommentaren ergänzen.

Und was ist mit Spotify?

Unter Spotify werden die Empfänger bzw. die ganze Gruppe direkt erkannt und angezeigt. Bei mir gibts aber immer wieder das Problem, dass sie bei den ersten Tönen die Verbindung wieder verlieren und Spotify dann direkt aufhört zu spielen, statt nochmal zu versuchen, die Verbindung herzustellen. Daher nutze ich meist Tuneblade.

Fazit nach sechs Monaten

Seit Oktober 2016 läuft bei mir das Multiroomsystem im Großen und Ganzen recht gut. Hin- und wieder hängt sich einer der Cobblestones auf und muss dann neu gestartet werden. Das geht aber sehr schnell und nach dem Neustart bindet er sich automatisch in den laufenden Stream ein. Es ist schon klasse, gerade einen Podcast oder Radiosender zu hören, das Zimmer zu wechseln und dort direkt weiterhören zu können, ohne einen Zeitversatz drin zu haben.

Die meiste Zeit übertrage ich die Streams via Tuneblade vom Rechner aus. Im direkten Vergleich  an meinen per USB-Interface am PC angeschlossenen NuPro A-100 klingt der Sound aus dem Cobblestone minimal dumpfer. Angesichts des Preises für den Cobblestone kann ich das aber verkraften. Eine Alternative dazu wäre vielleicht dieses Teil hier, das auch einen digitalen Ausgang hat.

Insgesamt habe ich rund 190 € (2 x Cobblestone, 2 x Audiocast M5 und eine Lizenz für Tuneblade) für eine Multiroomlösung ausgegeben, für die ich bei Sonos 2000 € (4 x Sonos Connect) bezahlt hätte.