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Wie ich meinen Newskonsum filtere

Um in den heutigen Zeiten nicht verrückt zu werden, habe ich meinen Newskonsum etwas eingeschränkt. Ich möchte nicht auf alle Nachrichten verzichten, aber gern auf die tägliche Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Wirklich Wichtiges bekomme ich über Blogs, Mastodon, Podcasts oder andere, (un)soziale, Netzwerke mit.

Ich lese seit einiger Zeit Nachrichten über eine eigene Newsseite:

Meine Newsseite

Diese Seite filtert alles heraus, was mich nicht interessiert oder mich aufregen würde. Über die farbigen Balken vor jeder Zeile sehe ich, von welcher Quelle die Nachricht stammt. Weil nichts so uninteressant wie die News von gestern ist, habe ich den angezeigten Zeitraum auf etwa 24 h beschränkt. Was älter ist, rutscht unten raus und ist weg.

Wie funktioniert das?

Auf meinem Webspace läuft eine FreshRSS-Instanz, die meine RSS-Feeds verwaltet.  Mit meinem Hauptaccount dort lese ich Blogs und Zeugs über externe RSS-Reader auf dem Rechner und mobilen Geräten. Nachrichten lese ich dort nicht.

Für diese habe ich einen zweiten FreshRSS-Account angelegt. Darin sind eine Handvoll Nachrichtenseiten hinterlegt. Alles, was mich nicht interessiert, kann FreshRSS ausfiltern. Diese Filter können pro Feed oder pro Kategorie angelegt werden. In meinem Fall sieht das in etwa so aus:

Filter in FreshRSS

Wird in einem neuen Eintrag eins der Stichworte gefunden, dann wird der Artikel auf »gelesen« gesetzt. Das ist eine große Hilfe und ein Grund, warum ich FreshRSS einsetze.

Ein anderer ist, dass FreshRSS in der Lage ist, die Artikel aller abonnierten Feeds als Einzelfeed auszugeben. Diese lese ich in ein PHP-Script ein, das daraus obige Newsseite bastelt.

Wer möchte, kann dieses Script hier herunterladen und es benutzen. Ich hatte das Script erst auf meinem Webspace laufen, aber seit einiger Zeit nutze ich es auf einem Server in meinem Netzwerk. Den erreiche ich auch von unterwegs über mein VPN.

Damit die Newsseite funktioniert, sind ein paar Dinge zu beachten.

RSS-Feed eintragen

Das Script befindet sich in der index.php. In Zeile 4 wird der RSS-Feed aus FreshRSS eingetragen. Der kann in FreshRSS über »Konfiguration > Benutzerabfragen« und dem Klick auf das kleine Zahnradsymbol abgerufen werden. Dies ist der passende Link:

Ausgabe cachen

Das Script erzeugt eine HMTL, Datei, in der die Schlagzeilen geschrieben werden. Das hatte ich gemacht, damit der Server durch häufiges Neuladen und der daraus resultierenden Abfrage des Feeds nicht so sehr belastet wird. Da FreshRSS nur alle 20 min die Feeds aktualisiert, habe ich die Zeit, wie oft die HTML-Datei aktualisiert wird, auf 15 min festgelegt. Diese Zeit lässt sich in Zeile 10 ändern. Außerdem habe ich in Zeile 13 die Ausgabe der Schlagzeilen auf 100 beschränkt.

Farben der Quellen festlegen

Die Farben der Quellen werden in der Datei »styles/sites.css« definiert. Pro Quelle gibt es einen Eintrag, der in den URLs nach einem Muster sucht.

Fluent Reader: RSS-Client für Windows und macOS

FeedReader unter Windows, die gleichzeitig Feeds mit einem Webdienst synchronsieren konnten, gabs nie viele. Lange habe ich den Feed Demon genutzt, dessen Entwicklung nach dem Einstellen des Googlereaders vor sieben Jahren dann auch beendet wurde. Danach gabs keine Alternativen mehr und seither habe ich im Browser verschiedene selbstgehostete und zahlbare RSS-Webdienste benutzt. Erst TT-RSS, für das ich damals ein paar Anleitungen geschrieben hatte. Nachdem damit neue Feeds nicht mehr per Webcron aktualisiert werden konnten, habe ich lange Inoreader genutzt, die nach ein paar Jahren die Preise massiv erhöht und dabei die Features reduziert hatten. Danach bin ich erst zu TheOldReader gewechselt und dann zu Bazqux, die damals jeweils rund 20 € pro Jahr verlangt haben. Seit rund einem Jahr nutze ich wieder meinen Webspace zusammen mit Fresh-RSS, das sich in den letzten Jahren zu einem stabilen System gemausert hat.

Seit ein paar Tagen hole ich die Feeds unter Windows mit Fluent Reader ab, einem Programm, dass als Freeware vertrieben wird und eine sehr übersichtliche Oberfläche hat. Die ist entweder hell oder dunkel und kann dies auch abhängig von Windows anzeigen.

Kartenansicht (hell)

Artikel in der Kartenansicht (hell)

Der Reader kann die Feeds auf verschiedene Arten anzeigen, oben ist die Kartenansicht zu sehen, die jeden Eintrag als Bild anzeigt. Es gibt aber noch eine Listenansicht, die an E-Mailprogramm erinnert, eine Magazinansicht, die jeden Artikel etwas ausführlicher anteasert und eine schlichte Liste, die nur die Überschriften zeigt.

Allen ist – bis auf die Listenansicht – gemein, dass Einträge erst nach einem Klick in der Artikelansicht anzeigt werden. Die sieht so aus:

Fluent: Einzelartikelansicht

Einzelartikelansicht

Gescrollt und geblättert wird per Maus oder den Pfeiltasten. Gekürzte Feeds lassen sich nachladen oder die Quelle des Artikels im eingebauten oder externen Browser anzeigen. Die Schriftgröße lässt sich ändern, Artikel können gelesen oder als Favorit markiert werden oder auch per QR-Code auf dem Smartphone geöffnet werden.

Fluent Reader kann Filter erstellen, sodass zum Beispiel bestimmte Artikel aus einzelnen Feeds ausgefiltert werden können. Die Filter lassen sich dabei nur auf neu eingelaufene Artikel anwenden und müssen für jeden Feed erstellt werden. Feedübergreifende Filter gibt es nicht, ebenso wenig wie die Möglichkeit, einzelne Artikel zu taggen.

Wer seine Feeds über einen Webdienst verwaltet, der die Fever-API unterstützt, kann die Feeds auch darüber synchronsieren. Das betrifft momentan TT-RSS mit dem Fever-Plugin, FreshRSS und Miniflux. Außerdem wird Feedbin unterstützt. Um weitere Dienste unterstützen zu können, bittet der Autor um eine Spende per Fundraising. Leider wird das nicht so richtig angenommen. Um den Autor anderweitig zu unterstützen, kann die App auch über den Microsoft-Store für knapp 5 € gekauft werden.

Fluent Reader gibt’s für Windows und macOS, er ist kostenlos und kann über Github heruntergeladen werden.

Rückblick: Ein Jahr mit TinyTiny-RSS

Vor rund einem Jahr hatte Google angekündigt, seinen Dienst „Google Reader“ zum Sommer 2013 hin einzustellen. Seither nutze ich die PHP-Anwendung TT-RSS, zu der ich auch ein umfangreiches Tutorial geschrieben hatte.

Ein Jahr später verwalte ich meine RSS-Feeds noch immer über das Programm. Es verrichtet seinen Dienst nach wie vor reibungslos. Mittlerweile habe ich Tiny Tiny RSS allerdings auf meinem Synology-NAS installiert. Einfach weils geht und weil ich die Daten gern hier haben möchte.

Solange ich am Rechner arbeite oder mit dem Notebook zugange bin, lese ich meine Feeds über die Weboberfläche, die noch immer in etwa das Aussehen hat, wie damals, als ich das Tutorial geschrieben hatte.

Browseransicht von TT-RSS

Am Tablet oder Smartphone nutze ich mittlerweile die App „Tiny Tiny RSS“ des TT-RSS-Entwicklers Andrew Dolgov. Im Gegensatz zur kostenlose Alternative TTRSS-Reader, die ich damals im Test vorgestellt hatte, wird hier zum Weiterblättern gewischt. Dadurch ist doch etwas mehr Platz auf dem Bildschirm vorhanden, was sich insbesondere auf dem kleinen Display des Smartphones bemerkbar macht. Zudem funktionierte der TTRSS-Reader zwischendrin immer mal nicht so, wie gewohnt oder es wurden von Update zu Update große Änderungen eingebaut, mit denen ich nicht einverstanden war.

"Tiny Tiny RSS"-App von Andrew Dolgov

Rückblickend bin ich sehr zufrieden mit TT-RSS. Es verrichtet genauso klaglos den Dienst, wie vorher Googles Reader. Ich vermisse nichts und würde immer wieder TT-RSS installieren.