So gehts wieder: Harmony Hub und Shield TV

Dreh- und Angelpunkt meines Film- und Serienkonsums ist eine nVidia-Shield-TV, die hier seit Ende 2015 ihren Dienst verrichtet. Obwohl meine Box schon drei Jahre alt ist, kommen immer noch neue Updates, was in der Androidwelt ja eher unüblich ist. Das letzte ist gerade ein paar Tage her.

An der Box hängt ein dummer Fernseher und ein Hifi-Receiver. Und damit ich das ganze Geraffel gut bedienen kann, habe ich seit Ende letzten Jahres einen Harmony Hub von Logitech nebst passender Fernbedienung (gibts beim Primeday oder dem Cybermonday immer mal wieder billiger).Vorteil gegenüber einer normalen Universalfernbedienung ist, dass sich der Hub per Bluetooth mit der Shield TV koppelt und die Navigation auf der Android-TV-Oberfläche wesentlich flüssiger als über die Bedienung per Infrarotfernbedienung läuft. Und man kann die Shield TV im Hifischrank verstecken, sodass weniger Kram herumsteht. Für den Receiver und den Fernseher wird dann irgendwo nur ein kleiner IR-Sender deponiert, der beides steuert.

Die Einrichtung des Hubs ist relativ zeitintensiv, Hub und Shield TV hatten sich allerdings problemlos per Bluetooth verbinden lassen und nach ein paar Stunden lief auch alles einwandfrei. Bis ich Blödi nach ein paar Wochen auf die Idee kam, die Verbindung wieder zu trennen. Ab da ließ sich der Hub ums Verrecken nicht mehr mit der Shield TV koppeln. Ich habe allerlei Tipps aus dem Netz probiert, keiner hat funktioniert.

Bis auf einen: Statt nämlich die Shield TV als neues Gerät in der Harmony-App hinzuzufügen, funktioniert auch der Asus Nexus Player. Das ist auch eine Android-TV-Box, bei der die Tasten der Fernbedienung ziemlich deckungsgleich mit denen der Shield TV sind. Allerdings kann er nicht per Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden, das stört mich aber nicht, da ich die Shield TV immer per CEC über den Receiver ein- und ausschalte.

Und die Moral von der Geschicht? Never touch a runnig system! Wäre allerdings nicht nötig, wenn der Harmony Hub richtig funktionieren würde.

Stabiles Multiroomsystem mit Raspberry Pi

Im April 2017 habe ich meine Multiroomlösung mit AudioCast vorgestellt, die auf relativ preiswerten Multiroomempfängern basierte. Damals war ich recht zufrieden mit dem System, mich nervte nur, dass einer der Empfänger immer mal wieder ausstieg und ein anderer beim Starten von neuen Titeln permanent piepte. Auch die Bedienung der Musik über die Smartphoneapp war alles andere als angenehm, zumal die App in der letzten Zeit immer langsamer wurde und bei nahezu jedem Start die Musiksammlung auf dem NAS neu einlesen wollte. Bei knapp 20.000 Titeln übers WLAN keine schnelle Lösung.

Im Hifi-Forum las ich, dass die preiswerten Raspberry-Pi-Rechner als Audioausgabegeräte zu einem Multiroomsystem zusammengeschlossen werden können. Das interessierte mich, da ich schon immer mal einen Rasperry-Pi ausprobieren wollte und nur auf einen Anwendungsfall gewartet habe. Das Ende vom Lied ist nun, dass nun seit 3 Monaten vier Raspberries für die Musik in allen Räumen sorgen. Und die Bedienung ist erste Sahne!

Wie funktionierts

Ganz grob gesagt funktioniert das Multiroomsystem so, dass es einen Server gibt, der die Musik verwaltet und sie synchronisiert an die einzelnen Abspielgeräte schickt. Als Server wird der kostenlose Logitech Media Server verwendet, der nicht nur (wie der Name vermuten lässt) für Logitechgeräte ist, sondern sich auf dem Raspberry oder anderen Rechnern installieren lässt. Als Player fungieren die einzelnen Raspberries, die an Aktivlautsprecher oder die Stereoanlange angeschlossen werden. Auch die Ausgabe per Bluetooth an entsprechende Lautsprecher oder Kopfhörer ist möglich. Der Logitech Media Server (kurz LMS) übernimmt also „nur“ die Ausgabe der Musik an die einzelnen Player und deren Synchronisierung.

Welches Betriebssystem für die Raspberries?

Der LMS und die entsprechende Playersoftware Squeezelite laufen unter Linux. Nun gibt es für den Raspberry eine Vielzahl an verschiedenen Distributionen. Ich verwende max2play, da hier der LMS und Squeezelite vorinstalliert sind. Max2play ist grundsätzlich kostenlos und kann über Plugins erweitert werden. Prinzipiell lässt sich die Pluginfunktionalität auch von Hand reinprogrammieren, wer keine Lust auf Kommandozeile hat, kauft sich die Premiumplugins für kleines Geld (15 € für 5 Jahre) dazu. Eine kostenlose Alternative ist PiCorePlayer, der auch den Server und den Player dabei hat und sich wohl ähnlich komfortabel konfigurieren lässt. Weil ich aber nun schon einmal max2play installiert hatte, habe ich den PiCorePlayer gar nicht erst ausprobiert.

Raspberry Pi als Audioplayer

Raspberry Zero W (oben)
Raspberry Pi 3 mit DAC+ und Metallgehäuse (unten)

Ich nutze pro Raum einen Raspberry Pi, auf dem Squeezelite läuft. In allen Räumen, in denen ich HiFi-Sound möchte, nutze ich den normalen Raspberry Pi 3, den ich um einen sogenannten DAC (= Digital Audio Converter) erweitert habe. Der soll den Klang erheblich verbessern, weil der interne Audioausgang des Raspi bisweilen rauscht. In Räumen, in denen Hifi-Sound nicht so wichtig ist (wie im Bad oder Küche) reicht mir jeweils ein Raspberry Zero Pi W, der eine verkleinerte Form des Raspberries darstellt. Weil der keinen extra Audioausgang hat, greife ich den Ton über einen Mini-HDMI-zu-VGA-Adapter ab. Dieser hat zusätzlich einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, der in der jeweiligen Aktivbox endet. Ein Rauschen wie beim Audioausgang des großen Raspberry habe ich hier noch nicht festgestellt. Außerdem muss dort nach ein passender HDMI auf Mini-HDMI-Adapter dran, weil der Zero-W nur einen Mini-HDMI-Ausgang hat.

Der Raspberry im Wohnzimmer, der über den DAC die Stereoanlage befeuert, dient gleichzeitig auch als Medienserver. Er verwaltet die lokale Musik, auf einer angeschlossenen Festplatte, einem USB-Stick, der Speicherkarte oder einem NAS liegen kann. Dieser Raspberry ist außerdem auch der Hauptaudioplayer, von dem ausgehend ich die Musikauswahl treffe. Der Server selbst sorgt dann für die Verteilung an die anderen Player.

Als Gehäuse habe ich bei diesem auf das stabile Stahlgehäuse gesetzt. Im Nachhinein nicht die beste Wahl, da das Metallgehäuse die Funkwellen der eingebauten WiFi-Antenne abschirmt. Da der Wohnzimmer-Raspi aber am Netzwerkkabel hängt, geht das in Ordnung. Für einen anderen HiFi-Raspi, den ich per WLAN verbinden wollte, musste ich auf das Plastikgehäuse zurückgreifen.

Raspberry Pi 3 als als SqueezeLite-Player mit Hifi-Sound
Artikel Preis
Raspberry Pi 3 B+ 37 €
Hifiberry DAC+ 33 €
Hifiberry Plastikgehäuse 20 €
Micro-SD-Karte 8 GB 6 €
Netzteil 15 €
Gesamt 111 €
Raspberry Zero W mit HDMI-auf-VGA- und HDMI-auf-Mini-HDMI-Adapter für die Audioausgabe

Um die Zero-Raspies einzurichten, habe ich deren Speicherkarten mit dem frischen max2play zunächst in den kabelgebundenen Raspberry gesteckt und sie entsprechend konfiguriert. Also WLAN eingerichtet, den Autostart dazu aktiviert, den jeweiligen Player installiert und das Gerät entsprechend seines künftigen Standortes benannt. Dann den Raspberry heruntergefahren und die Karte in das Zielgerät gesteckt. Nach Anschluss ans Netzteil lief der Zero-Raspi dann problemlos.

Bei Raspberries, die als reine Player laufen, habe ich zudem den Schreibschutz der SD-Karte (Premiumplugin) aktiviert. Dadurch wird verhindert, dass die Speicherkarten ihren Inhalt verlieren, falls die Raspberries vom Strom genommen werden. Normalerweise müssten sie nämlich (wie jeder andere Rechner auch) heruntergefahren werden.

Raspberry Pi Zero W als SqueezeLite-Player ohne Hifi-Ambitionen
Artikel Preis
Raspberry Pi Zero W mit Gehäuse 25 €
HDMI-auf-VGA-mit-Audioausgang-Adapter 9 €
HDMI-auf-Mini-HDMI-Adapter 8 €
Micro-SD-Karte 8 GB 6 €
Netzteil 13 €
Gesamt 61 €

Als Netzteil verwende ich an allen Raspberries das Originalnetzteil, das zuverlässig die benötigte Spannung und den Strom liefert. Es gab nämlich ganz selten mal Aussetzer, die ich auf die USB-Auflader geschoben habe.

Androidgerät als Player

SqueezePlayer für Android

Statt einem Raspberry als Player zu nutzen, kann auch ein altes Handy oder Tablet hergenommen werden. Die Androidapp „SqueezePlayer“ wandelt das jeweilige Gerät in einen Player um. Die Audioausgabe selbst funktioniert damit auch recht problemlos, allerdings wird die Musik über verschiedene Räume hinweg nicht wirklich synchron wiedergegeben. Das liegt wohl an den Androidgeräten, deren Hardware das nicht hergibt. Bei mir hatte das gesamte System immer ein paar Millisekunden Verzögerung, die ich auch nicht über die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten am Server ausgleichen konnte. Mit den Raspberries kein Problem, hier läuft die Musik immer gleichzeitig ohne Halleffekt.

Windows als Player

Squeezeplay unter Windows 10

Weil ich natürlich auch Musik hören möchte, wenn ich im Büro am Rechner sitze, nutze ich das Programm SqueezePlay. Das simuliert die Oberfläche der nicht mehr erhältlichen Logitech Squeezebox Touch in einem kleinen Programmfenster. Damit sehe ich nicht nur, was gerade läuft, sondern kann den Musikserver auch komplett steuern. SqueezePlay bindet sich in das System als eigener Player ein, der mit den anderen — schon vorhandenen — synchronisiert wird.

Squeezelite-X mit Materialskin

Update vom 18.01.18: Kurz nachdem ich diesen Artikel geschrieben hatte, bin ich auf Squeezelite-X gestoßen, das es nur für Windows 10 gibt und im Systemtray läuft. Auf Wunsch öffnet es auch ein Fenster mit der Weboberfläche des Servers. Im Gegensatz zu Squeezeplay kann Squeezelite-X auch die Mediatasten verwenden, die auf einigen Tastaturen vorhanden sind. Damit kann dann bspw. ganz einfach zum nächsten Lied vorgesprungen werden, was ich in der Tat häufiger tue.

Wenn ich im Büro nicht mehr höre, drehe ich in SqueezePlay entweder die Lautstärke zurück oder ich beende das Programm. Die Player in den anderen Räumen spielen trotzdem weiter.

Logitech Media Server im Praxiseinsatz

Jetzt zum Herzstück des Systems. Die mehr als fünfzehnjährige Entwicklungszeit merkt man dem Server an allen Ecken an. Einerseits wirkt die Weboberfläche etwas altbacken, aber sie ist fast überall sehr durchdacht.

Weboberfläche des Logitech Media Servers

Der LMS lässt sich auch durch Plugins erweitern. So gibt es beispielsweise mit „Spotty“ eine Erweiterung, um Spotify in den Server zu integrieren und Lieder darüber abzuspielen. Die Navigationsmöglichkeiten dazu tauchen nicht nur in der Weboberfläche auf, sondern sind auch automatisch auf allen angeschlossenen Hardwaregeräten, dem Windowsprogramm oder den Steuerungsapps für Android und iOS zu finden.

Die meiste Zeit des Tages läuft das System bei mir und spielt zufällig alle Titel ab, die es seit Einrichtung noch nicht gespielt hat. Das beginnt früh morgens als Wecker und läuft dann den ganzen Tag. Nur Montags morgens läuft der Mix der Woche von Spotify. Wenn ich beim Hören ein schönes Lied höre, kann ich jedezeit zum entsprechenden Album in der Musiksammlung oder in Spotify springen, um es gleich oder im Anschluss an die aktuelle Playlist zu hören. Eben weil es auch mit Spotify funktioniert, ist das eine meiner Lieblingsfunktionen. Da ich die meiste Zeit des Tages im Büro bin, steuere ich die Wiedergabe entweder über SqueezePlay für Windows oder die Weboberfläche.

Halte ich mich in anderen Räumen auf, steuere ich den Server über die passende Android- oder iOS-App. Unter Android nutze ich Squeezer bzw. OrangeSqueeze. Beide haben in etwa den gleichen Funktionsumfang und können auch den SqueezePlayer für Android starten. Einziger Unterschied zwischen beiden Apps ist, dass OrangeSqueeze ein Widget mitbringt und nicht kostenlos ist. Für iOS gibts iPeng, was dort wohl der Standard ist. Auch das ist nicht kostenlos, sondern mit rund zehn Euro verhältnismäßig teuer. Wer die Musik auf auf seinem iOS-Gerät abspielen will, muss nochmals in die Tasche greifen.

Anfangs dachte ich noch, ich bräuchte irgendwo ein Display, jederzeit im Blick zu haben, welches Lied gerade läuft. Ich habe dann festgestellt, dass ich dann entweder fix auf eine der auf den Tablets installierte App schaue oder später über das Plugin „Was lief da eben?“ (siehe unten) nachschaue. Meistens aber erkenne ich, was grad läuft oder es ist mir egal. 😉

Plugins, die ich hilfreich finde

  • TrackStat und TrackStat Playlist – Sammelt Informationen der einzelnen Tracks in der Musiksammlung und erlaubt dann beispielsweise das Abspielen alle nie gehörten Titel, aller meist gehörten oder aller meistgeskippten. Ich nutze derzeit überwiegend die „nie gespielten Songs“ in Zufallswiedergabe, um mich durch meine Musiksammlung zu hören
  • Spotty – Bindet Spotify (in der Premiumversion) in den Musikserver ein. Dadurch lassen sich alle Lieder aus Spotiy auch über die Oberfläche des Servers (ob Weboberfläche oder die Apps) auswählen. Wer mag, kann auch einen der Rasperries als ein Spotify-Abspielpunkt einfügen. Damit ist es dann möglich, die Spotifyapp zur Musikauswahl zu nutzen und die Musik über den eingebundenen Raspberry ans gesamte Multiroomsystem zu senden
  • Podcasts – Um Podcasts überall zu hören
  • Band´s Campout – Bindet die Musikbibliothek von Bandcamp ein. Nach Eingabe des eigenen Usernamens können auch die eigenen Käufe angehört werden.
  • Last.fm Audioscrobbler – Überträgt jeden gespielten Titel nach Last.fm. Genres oder Webradio lässt sich ausschließen. Für letzteres setze ich es gern ein.
  • Zufallsmix – Gibt zufällige Titel, Alben, Interpreten oder Jahrgänge wieder
  • Was lief da eben? – Zeigt die zuletzt gespielten Songs einzelner oder aller Player an. Funktioniert auch in Verbindung mit Webradio oder Spotify.
  • Musiksammlung erneut durchsuchen – Durchsucht die Musikbibliothek auf dem NAS jede Nacht erneut, um neue Lieder hinzuzufügen

Fazit

Bisher dachte ich immer, meine Wohnung ist zu verwinkelt, weil die Audiocastgeräte immer mal ausgesetzt hatten. Offenbar aber hatten sie einfach nur wenig Empfangsleistung. Da sind die Raspberries besser, sie setzen nicht aus und spielen ihren Musikstream immer einwandfrei (auch FLAC) ab.

Die Software lässt für mich fast keine Wünsche übrig und wenn man das Bedienkonzept einmal verstanden hat, ist die Bedienung kinderleicht. Der Logitech Media Server läuft auf dem Raspberry zufriedenstellend. Der kleine Rechner ist von der Leistung in der Regel ausreichend, nur bei der Verwendung der Tabletapps ist mir aufgefallen, dass er auf Anfragen etwas verzögert reagiert hat. Deshalb läuft der LMS jetzt auf meiner Synology DS 218+, der ich zusätzliche 8 GB Arbeitsspeicher spendiert habe. Mit diesen 10 GB flitzt nun auch der LMS und antwortet verzögerungsfrei auch bei langen Playlisten oder großen Albencovern.

Mit 350 € insgesamt für vier Raspberries und die Apps ist das LMS-Raspberrysystem teurer als das vorher genutzte Audiocastsystem. Dabei aber wesentlich stabiler und besser nutzbar. Im Vergleich zu vorher höre ich seitdem erheblich mehr Musik. Ich bin gerade dabei, meine Musiksammlung neu zu entdecken, durch die Anbindung an Spotify, Webradio oder Podcasts bleibt mir aber auch diese Welt nicht verschlossen. Ich glaube, ich bin jetzt im Musikhörerhimmel angekommen. 🙂

Weitere Artikel zum Logitech Media Server

Meine Multiroom-Alternative zu Sonos

Schon länger liebäugelte ich mit einer drahtlosen Multiroomlösung, mit der ich sämtliche Musik, Hörbücher, Podcasts, Nachrichten in der Wohnung zeitsynchron hören kann. Leider ist der Markt für Multiroomlösungen mittlerweile sehr unübersichtlich, aber man kann ihn ganz grob in zwei Kategorien einteilen.

Die eine sind die etablierten HiFi-Firmen. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen, die Übertragungstechnik ist entweder in den eigenen Receivern eingebaut oder in Standalonelautsprechern. Selten gibt es reine Übertragungskästchen, die einfach an einen vorhandenen Verstärker oder Aktivboxen angeschlossen werden können. Und wenn, dann nur für viel Geld (bspw. verlangt Sonos knapp 400 € für ein solches Gerät). Untereinander sind die meisten Systeme natürlich inkompatibel.

Auf der anderen Seite gibts Billiganbieter aus China, die genau das liefern, was ich mir wünsche: Ein kleines Kästchen, das an Anlage oder Aktivboxen angeschlossen werden kann und die gängigen Übertragungssysteme wie DLNA oder Airplay unterstützen. Interessanterweise liegen diese Geräte genau in meiner Preisklasse um die 40 – 60  € pro Gerät.

Auf der Suche nach passenden Geräten bin ich zuerst auf den MÜZO Cobblestone (links) gestoßen, den ich dann auch zweimal bestellt habe. Einmal fürs Büro und einmal für die Küche. Später habe ich zwei Audiocast M5 (rechts) nachgeordert:

MÜZO Cobblestone (links) und AudioCast M5 (rechts)

Cobblestone & Audiocast M5

Der technische Unterbau beider Geräte ist im Wesentlichen gleich. Beide haben einen 3,5-mm-Klinkenausgang, um die Musik per Analogkabel an eine Stereoanlage oder Aktivlautsprecher zu schicken. Während der Cobblestone allerdings noch Softtouchtasten zur Playersteuerung (Play, Pause, nächstes Lied, letztes Lied) hat, kommt der M5 ohne Tasten aus (von der WPS-Verbindungstaste mal abgesehen). Beide empfangen Musikdaten über Wifi, der Cobblestone kann aber auch an ein LAN-Kabel angeschlossen werden. Wichig ist vielleicht auch: Beide sind nicht mit Googles Chromecast-Protokoll kompatibel.

Das Koppeln beider Geräte ist ganz einfach. Über eine entsprechende Taste können sich die Geräte mit dem Router (in meinem Fall eine Fritzbox) koppeln, von der sie auch das WLAN-Passwort erhalten.

Musik abspielen

Da die AudioCast-Geräte als DLNA- und AirPlay-Empfänger (auch Renderer genannt) agieren, lässt sich Musik auf vielfältige Weise abspielen. Der einfachste Weg ist über die App, die für es Android und iOS zwar von verschiedenen Anbietern gibt, die aber im Kern immer dieselbe ist.

Mit der AudioCast-App

Diese braucht man, um die einzelnen Geräte in einer Gruppe zu bündeln, damit die Musik raumübergreifend zeitsynchron wiedergegeben werden kann. Einmal gebündelt, tauchen alle Geräte nur noch als eine gemeinsame Gruppe auf.

Die App kann also Musik vom Smartphone oder Tablet abspielen, wenngleich sie Probleme beim Einlesen von 15.000 Titeln hat. Sie kann aber auch auf Musik zurückgreifen, dass auf einem DLNA-Gerät liegt (z.B. NAS). Über ein eingebautes Tunein-Interface lässt sich auch Webradio hören. Über die App lassen sich auch pro Empfänger sechs Favoriten speichern (Radiostationen oder Playlists), aber in einer Gruppe zusammengefasst, ist nur der Zugriff auf den Speicher des Mastergerätes möglich.

Musik vom NAS

Wer seine Musiksammlung auf dem NAS (z.B. von Synology) speichert, kann die Musik von dort auch abgreifen. das geht direkt aus der AudiCast-App heraus oder mit jeder beliebigen DLNA-Media-App wie beispielsweise BubbleUPNP, MediaHouse UPnP oder auch der kostenlosen Fritz!App Media. Letztere nutze ich ganz gerne, weil sie sehr übersichtlich ist. Auch wenns der Name suggeriert, funktioniert die App auch ohne Fritzbox.

Seit ein paar Versionen unterstützt DS-Audio für die Synology auch die Wiedergabe auf einem DLNA-Renderer und somit auch die AudioCasts.

Vom PC aus

Wer einen Mac hat, ist fein raus, denn via Airplay kann das Multiroomsystem direkt aus dem System heraus mit dem Rechner verbunden werden. Nur mal am Rande: Das funktioniert übrigens nicht nur beim Mac so, sondern bei allen Geräten von Apple, also auch dem iPhone oder iPad.

Unter Windows ist der Zugriff auf das Multiroomsystem etwas schwieriger. Der Windows-Media-Player kann seine Musik zwar an die Kette schicken, allein das funktioniert nicht immer. Auch iTunes kann sich per AirPlay mit dem System verbinden.  Wer aber andere Player nimmt, schaut in die Röhre, da es keine generelle DLNA-Unterstützung gibt (auch nicht im neuesten Windows 10).

Als beste Lösung hat sich für mich das Programm Tuneblade herausgestellt, das den Ton des Systems abgreift und per Airplay an das System leitet.

Tuneblade

Während der Windows-Media-Player und auch iTunes beim Start der Musik immer mal Probleme haben, die einzelnen Empfänger unter einen Hut zu bekommen, wartet Tuneblade einfach solange, bis sich die Geräte untereinander synchronisiert haben und startet die Wiedergabe erst dann. Hat allerdings den Nachteil, dass auf den Lautsprechern erst ein paar Sekunden später etwas zu hören ist, nachdem man Play oder Skip gedrückt hat. Ein Vorteil von Tuneblade ist vielleicht auch, dass ich durch das Nutzen des Programms bestimme, wann die Musik in alle Räume verteilt werden soll und wann nicht.

Und Linux? Damit kenne ich mich leider gar nicht aus. Wer mag, kanns gern in den Kommentaren ergänzen.

Und was ist mit Spotify?

Unter Spotify werden die Empfänger bzw. die ganze Gruppe direkt erkannt und angezeigt. Bei mir gibts aber immer wieder das Problem, dass sie bei den ersten Tönen die Verbindung wieder verlieren und Spotify dann direkt aufhört zu spielen, statt nochmal zu versuchen, die Verbindung herzustellen. Daher nutze ich meist Tuneblade.

Fazit nach sechs Monaten

Seit Oktober 2016 läuft bei mir das Multiroomsystem im Großen und Ganzen recht gut. Hin- und wieder hängt sich einer der Cobblestones auf und muss dann neu gestartet werden. Das geht aber sehr schnell und nach dem Neustart bindet er sich automatisch in den laufenden Stream ein. Es ist schon klasse, gerade einen Podcast oder Radiosender zu hören, das Zimmer zu wechseln und dort direkt weiterhören zu können, ohne einen Zeitversatz drin zu haben.

Die meiste Zeit übertrage ich die Streams via Tuneblade vom Rechner aus. Im direkten Vergleich  an meinen per USB-Interface am PC angeschlossenen NuPro A-100 klingt der Sound aus dem Cobblestone minimal dumpfer. Angesichts des Preises für den Cobblestone kann ich das aber verkraften. Eine Alternative dazu wäre vielleicht dieses Teil hier, das auch einen digitalen Ausgang hat.

Insgesamt habe ich rund 190 € (2 x Cobblestone, 2 x Audiocast M5 und eine Lizenz für Tuneblade) für eine Multiroomlösung ausgegeben, für die ich bei Sonos 2000 € (4 x Sonos Connect) bezahlt hätte.

Im Test: JBL Flip3 Bluetooth-Lautsprecher

Letztens habe ich ja sechs Bluetoothlautsprecher getestet, darunter auch den Charge 2+ von JBL. Wie es der Zufall will, hat sich auch dessen kleinerer Bruder, der Flip3, hier auf ein kurzes Intermezzo eingefunden. Eine gute Möglichkeit also, auch diesen mal auszuprobieren.

jbl-flip3

Das Gehäuse des Flip3 ist mit einem Stoff bespannt, was gut ausschaut und den Lautsprecher angenehm in der Hand liegen lässt. Die Teile des Gehäuses, die keine Stoffbespannung haben, sind aus Hartgummi, der keine Fingerabdrücke anzieht.

Wie der Charge 2+ (und eigentlich alle Bluetoothspeaker von JBL) ist auch der Flip 3 röhrenförmig. Somit steht er auch sehr gut auf einer der schmalen Seiten und benötigt damit wenig Grundfläche. Der Lautsprecher kann auch hingelegt werden, allerdings fehlt dann ein Fuß, sodass er liegend gern durch die Gegend rollt. Dafür hat er gleich von Haus aus eine Kordel, an der er irgendwo aufgehängt werden kann.

Der Flip3 ist etwas kleiner als der Charge 2+, weswegen er auch nicht in den Getränkehalter am Fahrrad passt. Die folgenden Bilder zeigen den Größenunterschied sehr gut (auch wie groß (oder klein) er in der Hand liegt):

2+ ist der Flip3 spritzwassergeschützt. Und wie auch sein großer Bruder bringt er alle nützlichen Tasten mit:

Tasten und Anschlüsse
Tasten und Anschlüsse

Die Tasten zum Koppeln des Lautsprechers mit einem Bluetoothgerät, die Lautstärketasten und die Taste zum Annehmen eines Gesprächs sind auf der Stoffoberfläche angebracht.

Dioe restlichen Tasten, die Akkuladestandsanzeige und die Anschlüsse befinden sich auf dem restlichen Gehäuse. Auf dem Bild oben ist eine Taste zu sehen (unterhalb vom Powerknopf), mit der sich mehrere Flip3 per Bluetooth koppeln lassen. Unter der Klappe befinden sich Micro-USB- und Audioanschluss. Eine Nutzung als Powerbank zum Aufladen von Smartphone oder Tablet ist beim Flip3 nicht möglich.

Klang

Im direkten Vergleich mit dem Charge 2+ klingt der Flip3 nicht unwesentlich schlechter. Höhen und Mitten kommen mindestens genauso gut rüber. Bass kann der kleine Speaker auch gut, im direkten Vergleich fehlt ihm allerdings der letzte Kick bzw ein Quäntchen Volumen. Für sich allein gesehen, ist erstaunlich, was auch der kleinen Röhre rauskommt und wie die seitlichen passiven Subwoofer bei basslastiger Musik arbeiten. Ich habe den Flip3 über einen längeren Zeitraum beim Filmschauen übers Tablet laufen lassen und war sehr angetan von dessen Sound.

Hier mal der direkte Klangvergleich des Flip3:

mit dem Charge 2+:

Die Unterschiede sind ganz leicht ab der 9. Sekunde zu hören, wenn das Schlagwerk einsetzt. Der Charge 2+ hat hier minimal mehr Volumen.

[Musik von Bensound, lizensiert unter Creative Commons License Attribution-NoDerivs 3.0]

Fazit

Der spritzwassergeschützte Flip3 überrascht mit kraftvollem Klang, den man dem Lautsprecher auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Die Bässe dicken nie auf und auch beim längeren Hören langweilt der Flip3 nicht. Im Hochformat nimmt er wenig Fläche ein, rollt aber hingelegt leicht weg. Dafür lässt er sich an der mitgelieferten Kordel irgendwo aufhängen. Auch wenn er nicht ganz so laut wie der Charge 2+ spielt, reicht die maximale Lautstärke dennoch für Parties aus. Und wenns mal nicht reicht, lässt er sich mit anderen Flip3 drahtlos koppeln. Für rund 100 € macht der kleine Lautspecher ganz schön Betrieb und hätte ich mich nicht schon für den Charge 2+ entschieden, der Flip3 wäre ein ganz heißer Kandidat.

Datenblatt

JBL Flip3
Abmessungen:
(B x H x T)
16,9 x 6,4 x 6,4 cm
Gewicht: 450 g
Material: Plastik, Stoff
Leistung: 2x 8 W
Bluetooth: 4.1 ( A2DP V1.3, AVRCP V1.5, HFP V1.6, HSP V1.2)
gleichzeitig gekoppelte Geräte: 1
Akku: 3000 mAh
Besonderheiten: spritzwasserggeschützt, JBL-Connect zum drahtlosen koppeln mit weiteren JBL-Bluetoothlautsprechern
Lieferumfang: Lautsprecher, Micro-USB-Kabel, Kurzanleitung auf deutsch
Preis: ~ 100 – 130 €

Auf die Ohren – Sechs Bluetoothlautsprecher im Vergleich

Vor rund drei Jahren habe ich mir einige Minilautsprecher für unterwegs angeschaut und damals den für mich Besten ermittelt. Diese kleinen Boxen liesen sich allesamt nur mit Kabelverbindung an das Abspielgerät anschließen. Mittlerweile ist das eher unüblich, heutige mobile Lautsprecher verbinden sich drahtlos per Bluetooth mit dem Handy oder Tablet. Zeit also, mal wieder einen neuen Vergleich zu starten.

Alle Testkandidaten

[toc heading_levels=“2,3″]Als Testkandidaten habe ich ein breites Feld von Lautsprechern gewählt, von preiswert bis obere Mittelklasse, würde ich sagen. Mit von der Partie sind (preislich aufsteigend):

Zunächst stelle ich jeden Lautsprecher einzeln vor und danach folgt eine Zusammenfassung. Ganz unten gibts noch Tabellen mit den technischen Daten und einen Soundvergleich aller Lautsprecher.

Gemeinsamkeiten aller Kandidaten

Alle vorgestellten Lautsprecher lassen sich nicht nur per Bluetooth mit Smartphone, Tablet oder Notebook verbinden, sondern sie können alle noch per Audiokabel von einem entsprechenden Player befeuert werden. Alle Lautsprecher sind Stereogeräte, d.h. sie haben mindestens zwei nebeneinander liegende Treiber (einzelne Lautsprecher). Aufgrund des kleinen Gehäuses und der damit verbundenen geringen Basis, ist der der Stereoeffekt allerdings meistens nicht wahrzunehmen.

Leider hat es der Flip3 von JBL nicht mehr rechtzeitig in diesen Test geschafft, weswegen ich ihm einen eigenen Artikel gewidmet habe.


EasyACC Dolcer

Mit rund 35 € ist der Dolcer von EasyACC der preiswerteste Lautsprecher der Runde. Gleichzeitig bietet er die meisten Funktionen. Er spielt Musik nämlich nicht nur von einem per Bluetooth gekoppelten Smartphone oder Tablet ab, er kann sie auch von einem angesteckten USB-Stick oder einer eingesteckte Micro-SD-Karte lesen. Zusätzlich hat er noch ein Radio eingebaut. Und natürlich kann er auch — wie auch alle anderen Lautsprecher in dieser Runde — per Audiokabel mit einem Player verbunden werden, um dessen Musik über diesem Weg abzuspielen.

Eine englische Automatenstimme kommentiert das Ein- und Ausschalten, das Verbinden per Bluetooth und den Wechsel der Betriebsart. Die Anschlüsse befinden sich alle auf der Rückseite, die Bedienung erfolgt über ein Sensoprtastenfeld auf der Oberseite. Neben den üblichen Tasten für „vorheriges Lied“, „nächtes Lied“, „Play/Pause“ und „Gespräch annehmen“ gibts hier einen Kreis, über den die Lautstärke geregelt wird. Einmal mit dem Finger links herum wischen dreht die Lautstärke herunter, rechts herum dreht sie wieder hoch. Ganz einfach, wenn mans einmal raus hat. Das Tastenfeld ist dauerhaft beleuchtet, was im Dunklen eine Hilfe sein kann. Anderseits leuchten die LEDs so hell, dass sie das Schlafzimmer nachts gut ausleuchten.

Klanglich merkt man dem Dolcer seinen geringen Preis durchaus an. Mit 2 W Musikleistung kann er Bässe kaum wiedergeben, Mitten und Höhen hingegen kommen gut raus.


Anker SoundCore

Der SoundCore von Anker ist mit rund 40 € ein reiner Bluetoothlautsprecher. Sein Gehäuse ist vollgummiert, wodurch er sich angenehm anfasst. Durch die Gummierung zieht er allerdings auch Fingerabdrücke magisch an. Ein feuchtes Tuch zum Abwischen sollte daher immer in Reichweite liegen.

Zum Einschalten muss der Powerknopf, der sich an der Oberseite des Gerätes befindet, relativ lange gedrückt werden. Beim Ein- und Ausschalten und dem Verbinden per Bluetooth ertönt ein angenehmer Ton, unangenehm wird er lediglich beim Erreichen der Maximallautstärke durch Drücken der Taste am Gerät. Eine blaue LED signalisiert, dass der Lautsprecher eingeschaltet ist, allerdings ist sie sehr hell. Über die Tasten am Gerät kann die Lautstärke eingestellt werden, die Wiedergabe unterbrochen und forgesetzt, sowie zum nächsten Titel gesprungen werden. Die Annahme eines ankommen Anrufs ist ebenso möglich.

Klanglich spielt der Anker eher am unteren Ende, lediglich die tiefen Töne kann er besser wiedergeben als der Dolcer. Die maximale Lautstärke des SoundCore ist allerdings recht hoch.


VTIN

Das Gehäuse des rund 800 g schweren Lautsprechers besteht zum Teil aus Aluminium, was dem VTIN ein hochwertiges Aussehen verleiht. Der Lautsprecher für rund 65 € ist sehr gut verarbeitet, bietet funktionell allerdings nur Standardkost.

Das heißt, er kann lässt sich per Bluetooth oder Audiokabel mit einem Player verbinden. Das Ein- und Ausschalten und das Verbinden per Bluetooth teilt eine englische Automatenstimme mit. Die Tasten an der Oberseite sind sehr gut verarbeitet, allerdings verwirrend beschriftet. Während die beiden rechten Tasten mit + und – bedruckt sind, was landläufig für die Lautstärkereglung steht, springen sie auf einfachem Druck zurück und vor und ändern erst beim längeren Drücken die Lautstärke. Dadurch wird die Lautstärkereglung direkt am Gerät zum Geduldsspiel.

Überrascht war ich von seinem sehr ausgewogenen Klang. Die 10 W Musikleistung und das schwere Gehäuse tragen sicher ihren Teil dazu bei, dass der Lautsprecher generell sehr angenehm klingt. Weder werden die Bässe überbetont, noch fehlen sie. Leider hat mein Exemplar ein Rausch- oder Knatterproblem. Bei sehr leisen Passagen oder minimaler Lautstärke rauscht der Lautsprecher so starkt, dass an angenehmes Hören im Bett nicht zu denken ist. Auch während der lauteren Wiedergabe ist im Hintergrund ein leichtes Knattern zu hören (vgl. Audiobeispiel unten).


Creative Soundblaster ROAR

Mit 1,1 KG ist der ROAR der schwerste Bluetoothlautsprecher im Test und damit schon hat an der Grenze, besonders gut transportabel zu sein.  Er ist doppelt so tief wie die anderen, aber in etwa gleich hoch. Fast die komplette Oberfläche besteht aus Boxengitter.

Beim Ein- und Ausschalten gibt der ROAR eine angenehme Tonfolge von sich. Bedient wird er über eine Armada an leichtgängigen Tasten, von denen sich die Wichtigsten auf der Oberseite befinden. Wie der Dolcer ist auch der ROAR in der Lage, Musik als MP3 oder WAV von einer Micro-SD-Karte abzuspielen. Theoretisch, denn praktisch hat das nicht funktioniert. Eine 8 GB große Karte, die 128 kb/s-MP3-Dateien enthält und die der Dolcer problemlos abspielte, wurde im ROAR nicht erkannt, ebensowenig wie eine 32 GB, die in meinem Smartphone steckt und mich unterwegs mit Musik versorgt. Einmal ist es mir allerdings gelungen, WAV-Dateien von einer 4 GB-Karte abzuspielen.

Neben dieser Audiofunktion kann der ROAR abgespieltes als WAV auf der Karte aufzeichnen (auch Gespächsmitschnitte), er kann als Powerbank fungieren, um ein Smartphone, Tablet oder anderes aufzuladen und er hat eine Alarmfunktion, deren Sinn sich mir nicht erschließt. Außerdem kann er am PC als USB-Soundkarte mit Lautsprecher betrieben werden. Leider hat er keinen Audioausgang, um andere Lautsprecher oder Kopfhörer anzuschließen.

ROAR (ohne alles)

ROAR (mit Terabass)

ROAR (mit Terabass und Roar)

Klanglich hat der ROAR einiges zu bieten. So klingt er in der Standardeinstellung schon sehr ausgewogen. Wer mehr Bässe möchte, kann eine Terabass genannte Funktion zuschalten, die Bässe noch stärker hervorhebt. Und mit der „ROAR“-Funktion bekommt der Klang noch eine breitere Basis. Allerdings verbraucht der Akku mit beiden Funktionen erhelich mehr Strom, sodass die avisierten 6 h Akkulaufzeit dann nicht mehr ausreichen dürften. Laut Anleitung sollte der Terabass auch nur mit angeschlossenem (und mitgeliefertem) Netzteil genutzt werden.


JBL Charge 2+

Der JBL Charge 2+ erinnert von der Form her an eine 0,5 l-Büchse und wie diese passt er auch in einen Trinkflaschenfalter am Fahrrad. Er kann sich gleichzeitig mit drei Geräten koppeln, allerdings muss dazu die entsprechende Taste gedrückt sein. Rechts und links befinden sich die Basslautsprecher, die für einen ausgewogenen Bass sorgen, allerdings nicht gut vor Gegenständen im Rucksack oder einer Tasche geschützt sind.

Trotz der Zylinderform steht der Lautsprecher einwandfrei auf geraden Untergründen, da er auf der Unterseite einen Gummifuß hat. Auch im Fochformat steht der Lautsprecher sicher. Und obwohl er dann auf einem der beiden Tieftöner steht, verliert er nicht an Klang. Der Sound aus dem Lautsprecher ist genauso klar, wie im Querformat. Überhaupt ist der Klang sehr ausgewogen. Bei Stücken mit viel Bass übersteuert er selbst bei Maximallautstärke nicht und auch Lieder mit wenig Bass oder leise Stücke klingen sehr klar.

Das Gehäuse ist gummiert, Fingerandrücke sind — anders als beim Anker SoundCore — nicht zu sehen. Als Einziger bei den höherpreisigen Lautsprechern spricht der JBL nicht, er signalisert das Einschalten und Verbinden lediglich durch Töne. Der Ladestand des 6000 mAh-Akku wird mit 5 weißen LEDs auf der Oberseite dargestellt. Die Möglichkeit, zum vorherigen oder nächsten Lied über Knöpfe am Lausprecher zu springen, bietet der JBL nicht, durch ein integriertes Mikrofon kann er allerdings als Freisprecheinrichtung fürs Telefon fungieren.

Mit seinen 600 g ist er einer der leichteren Lautsprecher, der zudem durch die Form sehr gut in der Hand liegt. Der Sound ist meines Erachtens der Beste von allen sechs hier getesteten Lautsprechern. Und obwohl der Charge 2+ sich nur per Bluetooth verbinden kann und sonst keine Zusätzfunktionen bietet (mal abgesehen von der Powerbank), ist er für mich der eindeutige Sieger in diesem Test.


Bose Soundlink Mini 2

Wer den Soundlink Mini 2 von Bose das erste Mal anschließt, wird von einer Automatenstimme begrüßt, die nach Umstellung auf deutsch künftig beim Einschalten immer den Akkustand ansagt und mit welchen Geräten der Lautsprecher aktuell verbunden ist. Maximal kann sich der Soundlink mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden, er speichert allerdings bis acht unterschiedliche, die er automatisch erkennt, falls sie eingeschaltet sind und kein anderes Gerät in Reichweite ist.

Der rund 18 cm lange und rund 5 cm hohe Lautsprecher erinnert mich von der Form her ein wenig an ein klassisches Radio. Sehr schön finde ich, dass Bose eine Ladestation mitliefert, an der der Lautsprecher aufgeladen wird, wenn er nicht unterwegs gebraucht wird. Das bietet so kein anderer Hersteller. Normalerweise schaltet sich der Soundlink nach 30 min Inaktivität aus. Wer ihn dauerhaft in der Ladeschale betreiben möchte, kann dies auch deaktivieren.

Bedient wird der Lautsprecher über die recht schwergängigen Tasten an der Oberseite des Gerätes. Die Tasten zum Ändern der Lautstärke sind einzeln ausgeführt, wer einen Titel vor- oder zurückspringen möchte, muss dies über die Multifunktionstaste in der Mitte machen. Bei einmaligem Drücken pausiert sie die Wiedergabe oder setzt sie fort. Zweimailiges Drücken springt einen Titel vorwärts, dreimaliges einen zurück.

Der Bose ist generell sehr basslastig abgestimmt, was zwar einerseits den Massengeschmack befriedigen wird, da viele Leute „einfach Bass“ wollen. Andrerseits hat er mich dauerhaft mit seinem übertriebenen Bass gerade bei Stücken mit wenig Bass genervt. Schade, denn andere Dinge, wie z.B. die Ladeschale oder die Sprachausgabe, fand ich toll.


Fazit

Für sich genommen und ohne Vergleich zu den anderen Lautsprechern kann mit jedem Lautsprecher Musik vom Smartphone, Tablet oder Notebook gehört werden. Besser als die eingebauten Lautsprecher sind sie allemal. Als Hintergrundbeschallung ist jeder gut geeignet. Wer die Entwicklung der letzten Jahre nicht so verfolgt hat, wird bei jedem Lautsprecher begeistert sein, welch toller Klang aus diesen kleinen Kisten kommt.

Wer keine Klangwelten erwartet, bekommt mit dem Dolcer ein ganz gutes Gesamtpaktet, denn er spielt klaglos Musik von allen angeschlossen Quellen (Micro-SD, USB-Stick, BLuetooh) ab. Selbst Radio, wenns mal sein muss. Dabei ist er relativ klein und robust, sodass er problemlos im Rucksack Platz finden sollte. 35 € für diese Vielfalt sind schon fast zu preiswert.

Ähnliches gilt für den Anker, der allerdings nur per Bluetooth und Audiokabel befeuert werden kann. Für rund 40 € erhält man damit einen Lautsprecher, der etwas mehr Bass als der Dolcer bietet, mit 360 g aber immer noch sehr leicht ist.

Der VTIN wäre eigentlich mein Geheimtipp geworden, denn sein Klang vom Preis-Leistungs-Verhältnis her gesehen, sehr ausgewogen und er trägt auch im vorhandenen Bass nicht so dick auf. Durch sein Rauschen bei leiser Lautstärke und das leise Knattern ist er allerdings nur bei höheren Lautstärken einsetzbar. Für rund 65 € dennoch ein gutes Angebot.

Der Creative Soundblaster ROAR lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Einerseits gefällt mir sein Design, auch wenn es mit einem hohen Gewicht erkauft wird, und die Möglichkeit, Micro-SD-Karten abzuspielen. Ich mag es, einfach eine Karte in den Lautsprecher zu stecken und ihn dann einfach alles abzuspielen, was drauf ist. Leider funktionierte das nicht. Vom Klang her ist er mit den beiden folgenden (JBL und Bose) vergleichbar. Gut fand ich, dass es durch die beiden Bassverstärker Funktionen gibt, den von Haus aus zurückhaltenden Bass bei Bedarf zuzuschalten. Nicht immer möchte ich vermulmten Sound haben, oft ist weniger Bass sogar mehr. Der Preis von rund 130 € für den ROAR geht für das Gebotene dennoch voll in Ordnung.

Der JBL Charge 2+ hat mich besonders vom Klang beeindruckt. Bei keinem anderen Lautsprecher habe ich mich von Beginn an „zuhause“ gefühlt. Er hat klare Mitten und gut wahrnehmbare Bässe, die nie übertreiben. Er kommt damit meinen Hörgewohnheiten sehr entgegen und verliert seine Klarheit auch nicht, wenn man ihn vom Quer- ins Hochformat stellt. Gut gefällt mir auch, dass er in die Flaschenhalterung am Fahrrad passt. Rund 140 € sind für den Charge2+ völlig in Ordnung.

Nun zum Bose Soundlink Mini 2, der vei vielen ja sowas wie die Referenz der Bluetoothlautsprecher darstellt. Und wer gern basslastige Musik hört, kommt bei diesem Lautsprecher voll auf seine Kosten. Mir ist der Bass teilweise zu stark und es fehlt mir die Möglichkeit, ihn hie und da etwas zurück zu nehmen. Sehr angetan bin ich von der mitgelieferten Dockingstation, die ich mir auch bei anderen Lautsprechern wünsche. Die Sprachausgabe, die beim Einschalten den Akkustan erzählt, find ich auch witzig. Weniger gut hingegen haben mir die schwergängigen Tasten gefallen. Der Soundlink MIni 2 kostet rund 180 €, was ich in Anbetracht des Klangs und der mitgelieferten Ladeschale in Ordnung finde.


Soundvergleich

Am Besten mit einem Kopfhörer anhören. Dann ist auch das Gebrizzl des VTIN zu hören.

Dolcer

Anker

VTIN

Creative Soundblaster ROAR

JBL Charge 2+

Bose Soundlink Mini 2

Vergleichstabelle Bluetooth-Lautsprecher

Dolcer Anker VTIN
Abmessungen:
(B x H x T)
18 x 5 x 6 cm 16,5 x 4,5 x 5,4 cm 20 x 5,8 x 6 cm
Gewicht: 300 g 370 g 790 g
Material: Plastik Plastik Aluminium
Leistung: 2 x 2 W 2 x 3 W 2 x 10 W
Bluetooth: 3.0 + EDR Class 2 keine Angabe 4.0
gleichzeitig gekoppelte Geräte: 1 1 1
Akku: keine Angabe keine Angabe 2x 2500 mAh
Besonderheiten: Micro-SD-Karte, USB-Stick, FM-Radio
Lieferumfang: Lautsprecher, Mini-USB-Ladekabel, 3,5 mm Audiokabel, Handbuch in deutsch Lautsprecher, Micro-USB-Kabel, Kurzanleitung auf deutsch Lautsprecher, Micro-USB-Kabel, 3,5 mm Audiokabel, Kurzanleitung auf englisch
Preis: 35 € 40 € 65 €
ROAR JBL Charge 2+ Bose Soundlink Mini 2
Abmessungen:
(B x H x T)
18 x 5 x 6 cm 16,5 x 4,5 x 5,4 cm 20 x 5,8 x 6 cm
Gewicht: 1100 g 600 g 670 g
Material: Plastik, Metall Plastik Aluminium
Leistung: 15 W
Bluetooth: 3.0 (A2DP, AVCRP, SBC, aptX, AAC) 3.0 (A2DP V1.3, AVRCP V1.5, HFP V1.6, HSP V1.2) 4.0
gleichzeitig gekoppelte Geräte: 2 3 2
Akku: 6000 mAh 6000 mAh keine Angabe
Besonderheiten: Micro-SD-Karte, Powerbank, Sleepmodus, Alarm, NFC, Aufnahme Spritzwasser-geschützt, Power-bank Dockingstation
Lieferumfang: Lautsprecher, Netzteil, Micro-USB-Ladekabel, Handbuch in englisch Lautsprecher, Micro-USB-Kabel, Kurzanleitung auf deutsch Lautsprecher, Micro-USB-Kabel, Dock, Kurzanleitung auf englisch
Preis: ~ 140 € ~ 140 € ~ 170 €

Kaputten iPod Classic reparieren

Mein knapp neun Jahre alter iPod Classic ist irgendwann letztes Jahr komplett ausgestiegen. Ein Klackern ließ auf einen Defekt der Festplatte schließen. Lange lag der iPod nur herum und ich hab mir überlegt, wer der Nachfolger werden soll, denn der Classic wird ja nicht mehr hergestellt (und Mondpreise möchte ich nicht zahlen).

Ein Androidgerät mit Touchdisplay kommt für mich nicht infrage, da ich gern per Tastendruck weiterskippe. Ein Player, der sich nur per Touchdisplay bedienen lässt, ist mir auf Dauer zu umständlich und verlangt zuviel Aufmerksamkeit von mir. Klar, es gibt sicher auch Fernbedienungen, allerdings nicht für die MP3-Player mit viel Platz. Außerdem lassen sich andere MP3-Player nicht an die iPod-Schnittstelle im Auto anbinden und darüber bedienen. Also habe ich mich entschlossen, den iPod zu reparieren.

Festplatte gegen Speicherkarte tauschen

Tarkan Adams, ein findiger Engländer, hat einen Adapter entwickelt, der eine CompactFlash-Karte oder im Zusammenspiel mit einem Adapter auch eine SD-Karte aufnehmen kann.

Da mein iPod der 6. Generation angehört und der maximale Speicher auf 128 GB begrenzt ist, habe ich mich für das iFlash-Bundle entschieden. iPods der 7. Generation können derzeit via mSata auf bis zu 1 TB aufgerüstet werden. In meinem Fall bedeuten 128 GB aber eine Aufstockung des Speichern von rund 40 GB, über die ich auch nicht traurig bin 😉

Sehr knifflig fand ich das Öffen des Gerätes, da Apple den iPod ohne Schrauben konzipiert hat. Ich habe das Gehäuse auch nicht so elegant wie in diesem Video öffnen können. Nach dem Zusammenbau sieht er nun so aus:

ipodclassic_verbogenes-gehaeuse

Das Gehäuse ist aber oben und unten wieder fest verbunden und weil der iPod in einer Silikonhülle steckt, stört mich das verbogene Gehäuse nicht weiter. Alle anderen Dinge funktionieren tadellos.

Als Speicherkarte habe ich eine 128 GB-SD-Karte von Komputerbay eingebaut, die mit ihren 40 € verhälnismäßig preiswert ist. Zur Sicherheit habe ich den Adapter mit einem Tesastreifen auf der Platine angeklebt, damit er sicher sitzt, auch wenn der Player mal herunterfällt.

Zum Bestücken des iPods bin ich übrigens zu iTunes zurückgekehrt, weil keins der Alternativen mit verschachtelten Playlisten umgehen kann. Und diese brauche ich, damit ich mich auf dem iPod zurecht finde. Also habe ich alle Musik, die ich in MusicBee verwalte nach MP3 umgewandelt und in iTunes importiert. Da Festplattenplatz billig ist, stört es mich auch nicht sehr, eine redundante Musiksammlung mitzuschleifen.

ipodclassic

Fazit

Insgesamt habe ich für den Adapter und die Speicherkarte 70 € ausgegeben und habe den  vorhandenen Speicher auf 128 GB (effektiv 118 GB) erhöht. Wenn die Speicherkarte durchhält und nicht anderweitig kaputt geht, kann der iPod nun auch mal herunterfallen, ohne dass der interne Speicher mechanisch beschädigt wird. Möge der iPod nun weitere neun Jahre halten!

Mausupdate…

Mal wieder Infos von der Mausfront: Die MX518 arbeitet auch nach sechs Jahren noch. Heute war mal wieder eine Reinigung dran, bei der ich wieder etliches an Dreck rausgeholt habe. Ist nach einem Jahr und sieben Monaten auch verständlich. Ich nutze die Maus nahezu jeden Tag um die 12 h. So gesehen ist sie ein echter Glücksgriff. Ich wüsste auch nicht, welche ich als Nachfolgemaus kaufen sollte. Man liest immer wieder, dass Logitech qualitativ ziemlich nachgelassen haben soll.

Ach, und die M305, die ich am Notebook verwende, funktioniert auch nach zwei Jahren und vier Monaten noch wie am ersten Tag.

Nachgebaut: Ständer fürs Smartphone

Gestern bin ich über die sensationellen 99 Tipps, die das Leben erleichtern gestolpert und da fiel mir wieder mal der simple Ständer fürs Smartphone ins Auge, der aus der Papphülse einer leeren Klopapierrolle gemacht wird. Also hab ich mal mal rangesetzt und ihn nachgebaut.

Das geht ziemlich schnell. Einfach mit einem Bleistift die Umrisse des Telefons auf die Rolle zeichnen und mit einem scharfen Messer ein Loch reinschnitzen. Dann den Rest mit einer Schere ausgeschnitten, das Smartphone reingesteckt und zum Schluss die Pins platziert. Und so siehts dann aus (von vorn):

Smartphonestaender-aus-leerer-Klopapierhuelse

Und so von hinten:

Smartphonestaender-aus-leerer-Klopapierhuelse-(Rueckseite)

Im Prinzip ne gute Idee, allerdings ist bei meinem Telefon dann der Startbutton nicht mehr erreichbar, sodass ich es nicht benutzen kann, wenns in der Klopapierhülse steckt. Andrerseits kann man das Telefon so rum reinstecken, dass der Lautsprecher des Gerätes in der Hülse ist. Dann wird die Lautstärke des Lautsprechers etwas verstärkt.

Da ich mit meinem Telefon meist im Bett noch Videopodcasts anschaue, habe ich mich vor längerem für einen Laybag entschieden. Das ist ein kleiner, mit (ich vermute mal) Styroporkügelchen gefüllter Beutel, dem zusätzlich noch eine Kante angenäht wurde, damit das Telefon nicht wegrutscht.

Laybag-Stoffstaender-fuer-Smartphones-(mit-Smartphone-quer)

Von hinten sieht das Ding so aus:

Laybag-Stoffstaender-fuer-Smartphones-Rueckseite

Ich denke, an diesen Bildern kann man sehr gut sehen, wie das Teil funktioniert. Ich nutze es, wie gesagt, zum Filmeschauen, aber auch auf Schreibtischen oder an der Stereoanlage ist das Ding praktisch und ein Hingucker. Und weil es so klein ist, passts auch mit den Rucksack oder die Reisetasche. Wer eins haben will, kann es für rund 10,- (inkl. Versandkosten) und in verschiedenen Geschmacksrichtungen bei raedan aus Leipzig bestellen.

Fotos per WLAN auf den PC übertragen

Die Fotos für die Tests hier mache ich in der Regel mit meiner kleinen Canon Powershot A650 IS. Diese Kamera hat ein Klappdisplay, mit dem ich die Kamera in ungewöhnliche Positionen zu bringen, aber trotzdem jederzeit den Bildausschnitt und die Belichtung beurteilen kann. Das ist sehr komfortabel, einzig einen Haken teilt sie mit vielen anderen Kompaktkameras.

Das Fach, in dem die Speicherkarte steckt, befindet sich an der Unterseite der Kamera und kann nur dann aufgeklappt werden, wenn keine Schnellwechselplatte angeschraubt ist.

Blockierung des Speicherkartenfachs durch Schnellwechselplatte

Es ist auf Dauer ziemlich nevig, erst die Schnellwechselplatte abzuschrauben, um die Karte entnehmen zu können und sie hinterher mit der frisch geleerten Karte wieder anzuschrauben. Wenn ich Fotos erneut aufnehmen muss, weil die Schärfe nicht passt, artet das in eine Ab- und Anschraub-Arie aus. Das wollte ich mir gern ersparen, also habe ich mir eine Eye-Fi X2 – Wifi-Karte zugelegt.

Dabei handelt es sich um eine SD – Karte, die zusätzlich mit einem WLAN-Modul ausgestattet ist. Die Karte kann, solange sie sich in einem vorher eingetragenen  WLAN-Netzwerk befindet, alle Bilder und Videos von der Kamera direkt auf den Rechner laden. Oder ins Netz.

Eye-Fi Connect X2 4 GB

Mein Exemplar (eine X2 bietet 4 GB Speicherplatz und kann Bilder und Videos übertragen. Auf die Pro X2 passen 8 GB, sie überträgt auch RAW – Dateien und stattet die Bilder mit GPS-Daten aus. Allerdings werden diese nicht per GPS ermittelt, sondern anhand der in der Nähe befindlichen WLAN-Netze. Daher ist das Geotagging ziemlich ungenau und funktioniert nur in Städten am Besten. Auf dem Land, wo es keine WLAN-Netze gibt, stehen auch keine Geokoordinaten zur Verfügung.

Neuerdings gibt es auch von Sandisk Speicherkarten mit der Eye-Fi-WLAN-Technologie. Diese basieren allerdings auf dem etwas langsameren Class 4 – Standard (die Originalen haben Class 6), sind dementsprechend aber auch etwas preiswerter.

Lieferumfang

Im Lieferumfang der Karte befindet sich auch ein USB 2.0 – Kartenleser, der einerseits der Konfiguration der Karte dient, andererseits aber auch als ganz normaler Kartenleser eingesetzt werden kann. Er liest Daten maximal mit rund 19 MB/s und schreibt sie mit rund 16 MB/s auf die Karte. Ermittelt habe ich diese Werte mit der schnellen Sandisc Extreme Pro. Die Eye-Fi-Karte selbst wird mit rund 17 MB/s gelesen und mit rund 12 MB/s beschrieben. Zur kabellosen Übertragung selbst ist der Reader aber nicht notwendig.

Bilder übertragen

Nachdem die Karte das erste Mal im Kartenleser eingesteckt und mit dem Rechner verbunden wurde, muss ein passendes WLAN-Netz eingerichtet werden. Über das werden die Bilder später an den Zielrechner geschickt. Auf der Karte können 32 verschiedene Zugangspunkte gespeichert werden. Wer will, kann seine Bilder auch direkt auf einen FTP-Server oder einige Bildergalerien bzw. Onlinedienste (Evernote, Facebook, flickr, Picasa, SmugMug, Snapfish, Gallery2 und 3) hochladen.

Um die Bilder von der Karte zu transferieren, unterstützt sie verschiedene Möglichkeiten:

Standardmäßig werden die Bilder direkt nach dem Fotografieren auf den Rechner (und ggf. zum Onlinedienst) geladen. Es gibt auch die Möglichkeit, einige Bilder, die per „Schützen“-Funktion der Kamera selektiert werden, entweder zum Onlinedienst oder auf den Rechner zu übertragen.

Falls der Zielrechner nicht eingeschaltet ist, die Bilder dennoch kabellos an diesen übertragen werden sollen, kann der Modus „Weitergeleitete Übertragung“ ausgewählt werden. Dann werden alle Bilder zunächst auf die Eye-Fi – Server geladen und dort später vom Rechner abgeholt.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, Bilder endlos zu übertragen. Dabei werden die ältesten Bilder auf der Speicherkarte wieder gelöscht, falls es während der Fotosession zu Platzproblemen kommen sollte.

Fazit

Ich habe die Eye-Fi X2 jetzt schon einige Wochen in Betrieb und ich muss sagen, dass ich sehr begeistert bin. Die Karte selbst verbraucht aufgrund der WLAN-Geschichte etwas mehr Strom als normale SD – Karten, aber da ich im Büro immer genügend Ersatzakkus zur Verfügung habe, sehe ich da kein Problem. Der Zeit- und der damit einhergehende Komfortgewinn ist beträchtlich und mir die rund 40,- wert. Ich muss in meinem Bearbeitungsprogramm nur noch das passende Verzeichnis einstellen und sehe die Bilder direkt reinlaufen.

Mausupdate

Seit knapp dreieinhalb Jahren verrichtet die MX518 hier klaglos ihren Dienst. Nur in letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass das Mausrad ab und zu etwas hakelt. Was also machen?

Zunächst wollte ich eine Neue kaufen, dann hab ich aber gesehen, dass es nun einen Nachfolger gibt, nämlich die G400. Allerdings sind die kritischen Kommentare bei Amazon sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Was also machen? Vierzig Euro ausgeben und eine Maus bekommen, deren Maustasten vielleicht klappern oder versuchen, die MX518 zu reinigen?

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Mausupdate