Standardprogramme unter Windows 10 (1607) ändern – So funktioniert´s endlich

Mindestens seit Windows 10 Version 1607 lassen sich die Standardprogramme wie Browser oder Bildbetrachter nicht mehr über die neuen Windowseinstellungen ändern. Man kann sie dort zwar auswählen, aber übernommen wird nichts. Auch ein Zurücksetzen auf die Standardoptionen bringt nix.

Hinweis:
Diese Anleitung funktioniert ab Windows 10 – 1709 nicht mehr. Um zu überprüfen, welche Windowsversion installiert ist, einfach die Starttaste drücken, „winver“ eingeben und Enter drücken.

Das Internet ist voll von Anfragen dazu, einzig die Lösung ist kaum zu finden. Ich habe sie dennoch ausfindig gemacht und schreibe sie hier nochmal auf. Vielleicht hilft sie ja dem einen oder anderen.

Als erstes muss die alte, von Windows 7 oder älteren Windowsversionen bekannte Systemsteuerung aufgerufen werden. Ich mache das unter Windows 10 immer über einen Rechtsklick auf das Windowssymbol und wähle danach „Systemsteuerung„:

In der Systemsteuerung wähle ich den dann Punkt „Standardprogramme“ aus:

02_standardprogramme_waehlen

In der folgenden Ansicht muss ich nochmals auf „Standardprogramme festlegen„:

03_standardprogramme_festlegen

Nun kann ich  links aus der Liste das Programm auswählen, das ich als Standard setzen möchte. In diesem Beispiel will ich den Firefox als Standardbrowser setzen. Also klicke ich ihn links in der Liste an, danach wähle ich „Dieses Programm als Standard festlegen„:

04_standardprogramm_bestaetigen

Direkt darauf wird der Browser auch in den Einstellungen von Windows 10 bei „Standard-Apps“ angezeigt:

05_standard-festgelegt

Das ist die schnellste Lösung. Falls ich dem Programm nur eine Dateiendung oder einem Protokoll zuordnen will, klicke ich oben auf „Standards für dieses Programm auswählen„. Das geht schneller, als die allgemeine Auswahl nach Dateitypen zu nutzen, die oben im dritten Screenshot auswählbar ist.

Im Test: JBL Flip3 Bluetooth-Lautsprecher

Letztens habe ich ja sechs Bluetoothlautsprecher getestet, darunter auch den Charge 2+ von JBL. Wie es der Zufall will, hat sich auch dessen kleinerer Bruder, der Flip3, hier auf ein kurzes Intermezzo eingefunden. Eine gute Möglichkeit also, auch diesen mal auszuprobieren.

jbl-flip3

Das Gehäuse des Flip3 ist mit einem Stoff bespannt, was gut ausschaut und den Lautsprecher angenehm in der Hand liegen lässt. Die Teile des Gehäuses, die keine Stoffbespannung haben, sind aus Hartgummi, der keine Fingerabdrücke anzieht.

Wie der Charge 2+ (und eigentlich alle Bluetoothspeaker von JBL) ist auch der Flip 3 röhrenförmig. Somit steht er auch sehr gut auf einer der schmalen Seiten und benötigt damit wenig Grundfläche. Der Lautsprecher kann auch hingelegt werden, allerdings fehlt dann ein Fuß, sodass er liegend gern durch die Gegend rollt. Dafür hat er gleich von Haus aus eine Kordel, an der er irgendwo aufgehängt werden kann.

Der Flip3 ist etwas kleiner als der Charge 2+, weswegen er auch nicht in den Getränkehalter am Fahrrad passt. Die folgenden Bilder zeigen den Größenunterschied sehr gut (auch wie groß (oder klein) er in der Hand liegt):

2+ ist der Flip3 spritzwassergeschützt. Und wie auch sein großer Bruder bringt er alle nützlichen Tasten mit:

Tasten und Anschlüsse
Tasten und Anschlüsse

Die Tasten zum Koppeln des Lautsprechers mit einem Bluetoothgerät, die Lautstärketasten und die Taste zum Annehmen eines Gesprächs sind auf der Stoffoberfläche angebracht.

Dioe restlichen Tasten, die Akkuladestandsanzeige und die Anschlüsse befinden sich auf dem restlichen Gehäuse. Auf dem Bild oben ist eine Taste zu sehen (unterhalb vom Powerknopf), mit der sich mehrere Flip3 per Bluetooth koppeln lassen. Unter der Klappe befinden sich Micro-USB- und Audioanschluss. Eine Nutzung als Powerbank zum Aufladen von Smartphone oder Tablet ist beim Flip3 nicht möglich.

Klang

Im direkten Vergleich mit dem Charge 2+ klingt der Flip3 nicht unwesentlich schlechter. Höhen und Mitten kommen mindestens genauso gut rüber. Bass kann der kleine Speaker auch gut, im direkten Vergleich fehlt ihm allerdings der letzte Kick bzw ein Quäntchen Volumen. Für sich allein gesehen, ist erstaunlich, was auch der kleinen Röhre rauskommt und wie die seitlichen passiven Subwoofer bei basslastiger Musik arbeiten. Ich habe den Flip3 über einen längeren Zeitraum beim Filmschauen übers Tablet laufen lassen und war sehr angetan von dessen Sound.

Hier mal der direkte Klangvergleich des Flip3:

mit dem Charge 2+:

Die Unterschiede sind ganz leicht ab der 9. Sekunde zu hören, wenn das Schlagwerk einsetzt. Der Charge 2+ hat hier minimal mehr Volumen.

[Musik von Bensound, lizensiert unter Creative Commons License Attribution-NoDerivs 3.0]

Fazit

Der spritzwassergeschützte Flip3 überrascht mit kraftvollem Klang, den man dem Lautsprecher auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Die Bässe dicken nie auf und auch beim längeren Hören langweilt der Flip3 nicht. Im Hochformat nimmt er wenig Fläche ein, rollt aber hingelegt leicht weg. Dafür lässt er sich an der mitgelieferten Kordel irgendwo aufhängen. Auch wenn er nicht ganz so laut wie der Charge 2+ spielt, reicht die maximale Lautstärke dennoch für Parties aus. Und wenns mal nicht reicht, lässt er sich mit anderen Flip3 drahtlos koppeln. Für rund 100 € macht der kleine Lautspecher ganz schön Betrieb und hätte ich mich nicht schon für den Charge 2+ entschieden, der Flip3 wäre ein ganz heißer Kandidat.

Datenblatt

JBL Flip3
Abmessungen:
(B x H x T)
16,9 x 6,4 x 6,4 cm
Gewicht: 450 g
Material: Plastik, Stoff
Leistung: 2x 8 W
Bluetooth: 4.1 ( A2DP V1.3, AVRCP V1.5, HFP V1.6, HSP V1.2)
gleichzeitig gekoppelte Geräte: 1
Akku: 3000 mAh
Besonderheiten: spritzwasserggeschützt, JBL-Connect zum drahtlosen koppeln mit weiteren JBL-Bluetoothlautsprechern
Lieferumfang: Lautsprecher, Micro-USB-Kabel, Kurzanleitung auf deutsch
Preis: ~ 100 – 130 €

Fotografien und Filmen mit Drohnen — was ist zu beachten?

Ob als Spielzeug für drinnen oder draußen oder ernsthafte Anwendung in der Luftbildfotografie – Drohnen sind längst kein Spielzeug für Bastler oder Freaks mehr. Durch Miniaturisierung sind die kleinen Multicopter auch für den Privatgebrauch erschwinglich geworden.

Der Begriff „Drohnen“ wurde ursprünglich vom Militär für unbewaffnete Übungsziele benutzt. Seit ein paar Jahren setzt er sich bei uns allerdings als Synonym für alle unbemannten und ferngesteuerten Fluggeräte, die auch Multicopter genannt werden, durch.

von succo [CC0], via Wikimedia Commons
von succo [CC0], via Wikimedia Commons
In diesem Artikel schaue ich mir die kleinen Fluggeräte an, zeige wie beim Filmen und Fotografieren aus der Luft unverwackelte Aufnahmen entstehen und beleuchte die rechtliche Situation in Deutschland.

Aufbau und Funktionsweise

Je nach Anzahl der Propeller unterscheidet man zwischen Quadro-, Hexa- oder Octocoptern mit vier, sechs bzw. acht Rotoren. Multicopter gibt’s in für den schmalen Geldbeutel zum Umherfliegen in der Wohnung oder windstillen Orten und als größere Ausführungen zum Fliegen draußen bei nahezu jedem Wetter.

Ob vier oder acht Propeller, groß oder klein: Vom Aufbau und der Funktionsweise her ähneln sich die verschiedenen Modelle stark. Vereinfacht ausgedrückt, besteht ein Multicopter aus zwei bis vier mittig gekreuzten Stangen mit einem Propeller am jeweils äußeren Ende. Im Kreuzungspunkt der Stangen sind die Steuerungselektronik, der Lithium-Polymer-Akku und der Gyroskopsensor untergebracht, mit dessen Hilfe das Fluggerät in der Luft stabilisiert wird. Und gegebenenfalls die Kamera oder die Halterung für die Kamera zum Fotografieren oder Filmen.

Multicopter können im Vergleich zu herkömmlichen Modellhubschraubern erheblich mehr Gewicht tragen. Damit sie stabil in der Luft stehen, benötigen sie auch keine mechanischen Steuerungsteile wie Taumelscheiben oder Ruder. Um den Multicopter während des Fluges zu stabilisieren, wertet die eingebaute Elektronik permanent die gemessenen Daten des Gyroskopsensors aus und berechnet in Echtzeit Abweichungen von der aktuellen Position. Durch automatische Steuerung der Rotoren wird das Fluggerät so zuverlässig auch bei Windböen stabilisiert. Ein eingebautes GPS-Modul sorgt dafür, dass die Drohne zum Startpunkt zurückkehrt, falls sie den Kontakt zur Steuerung verliert. Auch das Abfliegen einer vorher definierten Strecke per GPS ist möglich. Im Zusammenspiel mit Höhensensoren wird der Multicopter zuverlässig in einer vorgegebenen Höhe „geparkt“.

Kleinere Indoordrohen lassen sich in der Regel per Smartphone oder Tablet steuern, bei einigen Outdoormodellen ist dies ebenso möglich. Allerdings ist die Reichweite bei der Steuerung per Smartphone auf ca. 150 m beschränkt.

Wer weiter weg fliegen möchte, muss zur herkömmlichen Funksteuerung greifen, die den Steuerungsradius auf rund 2 km erweitert. Einige Modelle sind in der Lage, das während des Fluges gefilmte Livebild zur Fernsteuerung oder an eine Videobrille zu senden. Die Übertragung von Full-HD-Filmen ist derzeit technisch noch nicht machbar.

Filmen im Flug – was ist zu beachten?

Da das reine Fliegen auf Dauer sicher nicht befriedigend ist, liegt es nahe, mit Drohnen auch Filme oder Fotos zu machen. Einige der winzigen Indoordrohnen haben Kameras eingebaut, deren Qualität für erste Versuche sicher ausreichend sind. Da jedes Gramm Gewicht zusätzlich die ohnehin sehr geringe Flugzeit reduziert, sind hier oft nur einfachste Kameras eingebaut, die zudem elektronisch stabilisiert werden. Dieser Bildstabilisator reicht nicht aus, um die ruckartigen Richtungsänderungen eines Multicopters auszugleichen. Die Folge sind  verwackelte Aufnahmen.

Um dieses Problem zu umgehen, muss die Kamera an einem sogenannten Gimbal aufgehängt werden. Gimbal ist die englische Bezeichnung für die kardanische Aufhängung, die beispielsweise in Verbindung mit Schiffskompassen bekannt ist. Ein Gimbal besteht im Wesentlichen aus zwei sich schneidenden zueinander rechtwinkligen Drehlagern, die ein mittig aufgehängtes Objekt stabilisieren können.

Bei den schnellen und ruckartigen Bewegungen eines Multicopters reicht eine rein mechanische Lösung allerdings nicht aus, daher besteht ein Kameragimbal aus mehreren bürstenlosen Elektromotoren und der sogenannten IMU (= engl. Inertial measurement unit, inertiale Messeinheit). Dabei handelt es sich um ein Bauelement, das Lageänderungen im dreidimensionalen Raum in Echtzeit misst und per Mikroprozessor an die Elektromotoren des Gimbal weitergeben kann. Diese gleichen die Bewegungen des Multicopters nun so geschickt aus, dass die Kamera immer stabil in der Waagerechten gehalten wird. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger Film mit weichen Bewegungen und ohne Verwacklungen, auch wenn sich die Drohne selbst je nach Übung des Piloten oder Wetterlage mehr oder weniger stark bewegt.

Allerdings gibt es nicht den Universalgimbal, der zu jedem Multicopter und zu jeder Kamera passt. Jeder Gimbal muss individuell an das Fluggerät und auch an die verwendete Kamera angepasst werden. Einige Hersteller bieten ihre Gimbals daher mittlerweile auch fertig passend für einige Multicopter und die entsprechenden Kameras an. Einige Gimbals erlauben zudem die aktive Steuerung der Kamera um die eigene Achse um die Kamera auch im Flug zu schwenken.

Rechtliche Aspekte beim Fliegen

Aufgrund der mittlerweile großen Popularität der Multicopter gibt es beim Einsatz einige Dinge zu beachten. Das Gesetz unterscheidet zwei Anwendungsmöglichkeiten der Multicopter: private Nutzung als Sport- und Freizeitgestaltung und kommerzielle Nutzung zu gewerblichen Zwecken. Letzteres ist immer dann der Fall, wenn die Aufnahmen verkauft werden oder Werbeeinnahmen über Youtube oder Webseiten/Blogs erzielt werden. Aus diesen beiden grundlegenden Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich einige Einschränkungen:

Wer zur Sport- oder Freizeitgestaltung fliegt, braucht für Drohnen bis 5 kg Startgewicht generell keine Aufstiegsgenehmigungs. Allerdings muss eine Versicherung abgeschlossen werden, die im Schadensfall greift. Die üblichen Haftpflichtversicherungen übernehmen in der Regel keine Schäden, die durch Drohnen verursacht werden können.

Starten ist mit Geräten, deren Startgewicht geringer als fünf Kilogramm ist, überall erlaubt. Liegt das Startgewicht zwischen 5 und 25 kg, muss die Drohne beim zuständigen Luftfahrtbundesamt des jeweiligen Bundeslandes gemeldet werden. Geflogen werden darf überall, außer über Menschenansammlungen (und 100 m von diesen entfernt), Wohngebieten, Krankenhäusern, Unglücksorten, Kraftwerken, militärischen Anlagen und Justizvollzugsanstalten. Flughäfen und  Flugplätze, sowie deren 1,5 km breite Kontrollzonen sind ebenfalls tabu. Wer in diese hineinfliegt, benötigt eine telefonische oder schriftliche Freigabe der Flugsicherung.

Drohnen bis fünf Kilogramm Startgewicht dürfen zudem maximal 30 m hoch fliegen, schwerere bis maximal 50 m. Per Sondergenehmigung sind auch größere Höhen möglich.

Beim Fliegen gilt generell: Es muss jederzeit direkter Sichtkontakt zum Multicopter bestehen, Hilfsmittel wie Videobrillen oder Livedisplays der Kamera sind nicht erlaubt. Der Pilot darf nicht unter Drogen stehen oder angetrunken sein. Kinder dürfen nur unter Aufsicht fliegen. Der Luftraum muss während des Fluges beobachtet und bemanntem Flugverkehr ausgewichen werden.

Aufnahmen während des Fluges sind erlaubt, solange sie nicht die Privatsphäre anderer Personen verletzen. Dazu zählt auch das explizite Filmen und Fotografieren von Nachbars Garten. Generell gilt: Aufgenommen werden darf nur das, was sowieso von öffentlichem Grund aus zu sehen ist.

Wer zu kommerziellen Zwecken Foto- oder Filmaufnahmen machen möchte, benötigt in jedem Fall im Vorfeld eine Aufstiegsgenehmigung, die in der Regel zwei Jahre gültig ist.

Eine schöne Übersicht gibts auch in diesem Informationsblatt der Deutschen Flugsicherung.